23.04.2020 14:53 |

Gehöriger Dämpfer

Hotelbuchungen könnten auf Niveau von 1970 sinken

Die noch zumindest bis Ende April geltenden Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise versetzen dem heimischen Tourismus einen gehörigen Dämpfer. Den Rückgang der gebuchten Nächte in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen für das gesamte Tourismusjahr 2019/20 könnte ein Abrutschen auf das Niveau von 1970 bringen, befürchtet der Tourismusberater Ennemoser Consulting.

Konkret dürften die Nächtigungen im aktuellen Tourismusjahr, das von Anfang November bis Ende Oktober läuft, weit unter 100 Millionen einbrechen. Denn waren es im Vorjahr noch 153 Millionen Nächtigungen, rechnet Geschäftsführer Klaus Ennemoser derzeit nur noch mit 89 Millionen. Einen ähnlich niedrigen Wert gab es zuletzt 1970: „So gesehen wurden wir über Nacht in die 1970er-Jahre katapultiert“, betonte der Touristiker am Donnerstag.

Verlust von bis zu 64 Millionen Nächtigungen erwartet
Auf das gesamte Jahr bezogen ist seiner Einschätzung nach mit einem Ausfall von rund 64 Millionen Nächtigungen zu rechnen. Darin eingeflossen sei unter anderem die aktuelle Datenlage unter Berücksichtigung des Verlaufs der Pandemie in den einzelnen Ländern, Reisebeschränkungen und Reisewarnungen. Ein möglicher Reisedeal mit dem Nachbarland Deutschland steht derzeit noch im Raum.

Multiplikator-Faktor wird für enorme Verluste sorgen
Die Tourismusbranche werde laut dem Consulter ein um rund 9,5 Milliarden Euro geringeres Regionaleinkommen generieren. Durch den Rückgang im Tourismus werde die gesamte österreichische Wirtschaft infolge von Multiplikator-Effekten „einen Verlust von 17,2 Milliarden hinnehmen müssen“.

Eine genaue Prognose sei das freilich derzeit noch nicht, denn man wisse noch nicht, wann etwa die Hotels aufsperren können und „ob die Gäste reisen dürfen oder wollen“. Eines sei jedoch bereits klar: „Corona hat den Reset-Knopf des österreichischen Tourismus gedrückt.“

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