21.04.2020 08:52 |

Sommer in den Bergen

Alpinvereine: „Das wird eine spezielle Saison“

Bergsteigen, Wandern - wird das im heurigen Sommer möglich sein? Zuversichtlich geben sich diesbezüglich die großen österreichischen Alpinvereine nach den angekündigten Lockerungsmaßnahmen. Eine Hüttensaison im Sommer 2020 könnte durchaus stattfinden: „Wir hoffen, dass ein Teil der Hütten Mitte Mai aufsperren kann“, meint Regina Hrbek von den Naturfreunden Österreich. Speziell werde diese Saison aber allemal, sind sich Alpinvereine einig.

Denn klar ist: Einschränkungen wird es geben, und sie werden Wanderer, Bergsteiger, aber auch Hüttenpächter treffen. Hygienevorschriften bei- und einzuhalten wird auf jeden Fall notwendig, Übernachtungen in Matratzenlagern oder gemeinschaftliches Frühstücken vor dem Aufbruch zu einer Bergtour werden in der gewohnten Form vorerst nicht mehr möglich sein. „Wir warten auf die Vorgaben der Regierung und hoffen, dass dabei auf konkrete Vorschläge eingegangen wird, die wir eingebracht haben“, meinte Hrbek, die bei den Naturfreunden für Hüttenmanagement - betreut werden von ihnen hierzulande 140 Standorte - zuständig ist.

Frühstück gestaffelt, Schlafplätze reduzieren
Die für Ende April erwarteten Auflagen sollten jedenfalls „am Berg umsetzbar“ sein. Es sei davon auszugehen, dass man die Schlafplätze reduzieren muss und auch bei der Essenausgabe die Einhaltung des Mindestabstands und weitere Sicherheitsvorkehrungen zu berücksichtigen sind. „Das Frühstück könnte man beispielsweise nach Zeiten gestaffelt in Kleingruppen servieren“, schlägt Hrbek vor. In Matratzenlagern wäre eine Abgrenzung mittels Raumteiler vorstellbar, Mehrbettzimmer könnten an Familienverbände vergeben werden, die in einem gemeinsamen Haushalt leben.

Hüttenpächter werden allerdings nur dann aufsperren, wenn das nicht mit einem unzumutbaren Aufwand verbunden ist und sich der Betrieb wirtschaftlich lohnt. Offen ist auch, ob die Hüttenwirte ausreichend Personal bekommen, das - wie Alpenverein-Experte Peter Kapelari unterstreicht - oftmals aus den östlichen Nachbarländern kommt. Ob und inwieweit diesen Menschen die Einreise ermöglicht wird, ist derzeit unklar. Die Politik sollte dabei keine unüberwindbaren Hürden aufbauen, betonte Kapelari.

Urlaub am Berg statt Urlaub im Süden
Der Alpenverein, der mehr als 230 Hütten betreibt, glaubt jedenfalls, dass die besonderen Umstände heuer überdurchschnittlich viele Österreicher in die Berge locken könnten. „Wenn der Urlaub im Süden flachfällt, wird der eine oder andere die Schönheit der Berge und der Natur für sich entdecken“, zeigte sich Kapelari überzeugt.

Touren mit „Maß und Ziel“
Die Gefahr zu verunfallen ist jedoch auch in den Bergen durchaus gegeben, selbst in Zeiten der strengsten Quarantänemaßnahmen waren zuletzt immer wieder Rettungs- oder Bergungseinsätze für die Helfer der Österreichischen Bergrettungen zu absolvieren. Und auch wenn es mit 1. Mai einen Neustart im Breitensport gibt - der Appell der Bergretter bleibt aufrecht: Risiken zu minimieren. Sportler sollen ihre Touren „mit Maß und Ziel“ absolvieren und sich während der Pandemie „ein bissl einschränken“, so der Rat von Stefan Hochstaffl, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes. „Ich würde empfehlen, in Zeiten wie diesen nicht unbedingt die schwierigsten und gefährlichsten Touren zu machen.“

Bezüglich einer möglichen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus sind die Berge jedoch „der sicherste Ort“, sagte Hochstaffl. Und auch die Helfer selbst sind im Fall des Falles gut gerüstet. „Alle Ortsstellen sind gut mit Schutzmasken, Handschuhen und Desinfektionsmittel gerüstet“, betonte er. Bergungen können sich derzeit jedenfalls aufwendiger gestalten, sagte der Bergretter.

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