19.04.2020 11:00 |

Vorarlberg spricht

Gemeinsam ins Ziel

Ohne Patricia Zupan und Verena Eugster läuft nichts! Und das wird auch nach der Corona-Krise so sein. Auch wenn es ihre Eventagentur W3 derzeit ganz schön beutelt, schmieden die Schwestern große Pläne.

Die Veranstaltungsbranche wird derzeit auf eine harte Probe gestellt. Von Entschleunigung ist bei den umtriebigen Schwestern aber keine Spur! Der „Krone“ haben sie von der herausfordernden Situation erzählt.

Die Krise und ihre Auswirkungen sind kurz vor der zweiten Auflage Eures „Female Future Festivals Bodensee“ über uns hereingebrochen. Wie seid Ihr damit umgegangen?

Wir waren ja als Teil der Veranstaltungsbranche die Ersten, die es am 10. März erwischt hat. Und wie es aussieht, werden wir auch die Letzten sein, die wieder anfangen dürfen. Selbst wenn man nur auf Vorarlberg schaut, sieht man, wie viele Menschen in unserer Branche direkt von der Krise betroffen sind. Dabei ist das ganze Ausmaß noch gar nicht abschätzbar - die Verluste werden wohl eher in die Milliarden als in die Millionen gehen. Wir haben aber gleich nach den ersten Absagen überlegt, was wir tun können. Was möglich war, haben wir sofort in den Herbst verschoben. Und wir haben versucht, Alternativen zu finden. So findet nun etwa jeden Freitag ein „Female Future Talk“ online statt. Das Angebot wird super angenommen, rund 400 Teilnehmerinnen machen mit.

Und Ihr seid ja auch diese Woche mit einem neuen Projekt online gegangen.

„Vorarlberg läuft“ reifte schon seit ein paar Wochen in unseren Köpfen. Wir haben gemerkt, dass in unserer Community ganz viele laufen möchten und top trainiert sind - so viel Trainingszeit wie heuer gab’s ja noch nie. Und die anderen, die ein Ziel brauchen, um sich zum Laufen zu motivieren, werden durch unser Online-Projekt ebenfalls angesprochen. Laufen war immer schon viel mehr, als nur Sport. Es ist ein mentaler Ausgleich. „Vorarlberg läuft“ ist der erste virtuelle Run in Vorarlberg. Diese Idee ist so gut angekommen, dass wir sie nun sogar auf ganz Österreich ausweiten werden - unter anderem suchen wir das aktivste Bundesland. Natürlich werden die Regeln an die Sicherheitsmaßnahmen angepasst, man läuft also alleine.

Wie kann man sich einen virtuellen Lauf vorstellen?

Unsere Veranstaltungen, etwa der Frauenlauf, leben nicht zuletzt von ihrer Emotionalität. Dieses Feeling wollen wir auch online vermitteln. Man trainiert auf sein virtuelles Ziel hin. Sobald man sich auf unserer Website mit der gewünschten Laufstrecke und Laufart angemeldet hat, bekommt man ein Teilnahme-Package per Post nach Hause geliefert. Darin sind eine Starnummer, eine Medaille und ein Goodie-Bag enthalten. Vom 15. bis 17. Mai kann man dann seine Strecke „tracken“, es gibt ja digitale Uhren oder Apps, die die Strecke und Geschwindigkeit aufzeichnen und die Daten online hochladen. Es ist ein Angebot für alle - für die ganz Sportlichen bis hin zu den Spaßläufern, die einfach nur dabei sein wollen. Und ganz wichtig: Männer sind herzlich willkommen!

Ist genau diese Solidarität und das Gemeinschaftsgefühl in dieser Zeit auch ein Antrieb für Euch?

Unser Motto ist ja: Alleine laufen, gemeinsam ins Ziel. Man kann die Erfolge gemeinsam auf Social Media feiern. Ganz so emotional wie unsere Events wird es nicht werden, aber es ist einen Versuch wert. Zudem spüren wir ganz deutlich, dass es an der Zeit ist, sich wieder Ziele zu setzen und dem Leben positive Impulse zu geben. Wir wollen zeigen: Es geht wieder weiter!

Glaubt Ihr, dass die Corona-Krise, die Veranstaltungsbranche nachhaltig verändern wird?

Die Veranstaltungsbranche und den Tourismus trifft es am härtesten, wir haben keinen Fahrplan. Die Unsicherheit ist ein ständiger Begleiter. Wir sind Tag und Nacht am arbeiten und schlafen sehr wenig, wir können ja nicht sagen: „So, jetzt hört ihr ein halbes Jahr nichts von uns!“ Jetzt heißt es, zu kämpfen - wir wollen auch keine Hilfe vom Staat, wir wollen nur arbeiten. Dass die Gesundheit oberste Priorität hat, steht außer Frage. Dennoch sind die Zeiten gerade für unsere Branche extrem herausfordernd. Auch wenn wieder Veranstaltungen gemacht werden dürfen, heißt das nicht, dass sie von den Leuten gleich angenommen werden. Die Angst ist einfach stark in den Köpfen verankert. Langfristig wird es wohl zu Veränderungen kommen - es gilt also, die Lage aufmerksam zu verfolgen und sich gegebenenfalls anzupassen.

Es stehen Existenzen auf dem Spiel. Wie schafft Ihr es, dennoch positiv zu bleiben?

In dem wir niemals rückwärts denken. Wenn wir uns ständig daran erinnern würden, wie hart wir für alles gearbeitet haben, dann müssten wir den Kopf in den Sand stecken. Viele können allein das Wort „Corona“ schon nicht mehr hören, umso wichtiger ist es, wieder positive Impulse zu liefern und den Fokus auf die Zukunft zu richten. Natürlich liegen auch unsere Nerven blank, aber wir lassen uns nicht unterkriegen!

Sandra Nemetschke
Sandra Nemetschke
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