18.04.2020 16:15 |

Panik vor Coronavirus

Pfleger verließen „Horror-Altersheim“: 31 Tote

31 Tote binnen weniger Wochen: Das ist die tragische Bilanz in einem kanadischen Seniorenheim, nachdem fast alle Pflegekräfte die Einrichtung aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus fluchtartig verlassen hatten. Gesundheitsbehörden fanden die Menschen in dem Heim in Dorval bei Montreal erst Tage später vor - viele der Überlebenden dehydriert, unterernährt und teilnahmslos. Zwei Todesfälle blieben tagelang unbemerkt.

Der Premierminister von Quebec, Francois Legault, kündigte Ermittlungen wegen grober Fahrlässigkeit an. Nach Legaults Angaben waren am Ende nur noch zwei Pflegekräfte in dem Heim, um die insgesamt 130 Bewohner zu versorgen.

Offiziellen Angaben zufolge starben mindestens fünf Heimbewohner an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Der Todesursache der weiteren 26 Fälle geht nun ein Gerichtsmediziner nach.

In kanadischen Medien ist das „Horror-Altersheim“ in Dorval bereits zum Symbol der Corona-Krise geworden. Die Hälfte aller knapp 1300 Corona-Todesfälle in Kanada trat in Langzeit-Pflegeheimen auf.

Heime als „Problemzonen“ in Sachen Coronavirus
Pflegeheime gelten weltweit als „Problemzonen“ in Sachen Coronavirus. Die österreichische Bundesregierung hatte deshalb angekündigt, alle Mitarbeiter in der Branche und alle Pflegebedürftigen testen zu lassen - nicht weniger als 130.000 Personen.

Totenzahl in britischen Heimen höher als gedacht
Wie groß die Unsicherheit in diesem Bereich ist, zeigt eine Meldung aus Großbritannien. So könnte die Zahl der Corona-Toten in britischen Pflegeheimen nach Schätzungen eines Branchenverbands fünf Mal höher sein als angenommen. Seit Anfang April könnten bis zu 7500 Heimbewohner an dem Virus gestorben sein, sagte Martin Green, Geschäftsführer des Branchenverbands Care England der Zeitung „Daily Telegraph“ am Samstag.

Der Verband hat Green zufolge die Sterblichkeitsrate in den Heimen seit dem 1. April mit der vom Vorjahr verglichen und leitet daraus die Schätzung ab. Die Regierung schätzt dagegen, dass bisher 1400 Menschen in Pflegeheimen starben. 

7000 in US-Pflegeheimen verstorben
In den USA sind einem Medienbericht zufolge mindestens 7000 Menschen in Seniorenheimen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Damit stehen rund ein Fünftel aller Todesfälle infolge der Corona-Pandemie in den USA in Verbindung mit einer solchen Einrichtung, wie aus einer Zählung der „New York Times“ hervorgeht.

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