17.04.2020 16:23 |

Ursache weiter unklar

940 Seeleute auf Flugzeugträger positiv getestet

Nach dem Corona-Ausbruch auf dem französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle sind Hunderte weitere Seeleute positiv auf das Virus getestet worden. Insgesamt gebe es nun 940 positive Testergebnisse, sagte Maryline Gygax Genero, die Zentraldirektorin des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte, am Freitag.

Lediglich 645 Seeleute wurden laut Gygax Genero negativ getestet. Betroffen seien 2300 Militärs, die etwa auf dem Flugzeugträger oder mit der begleitenden Flugzeugträgerkampfgruppe unterwegs waren. Die restlichen Testergebnisse sind nach wie vor offen, weshalb die Zahl auch noch deutlich ansteigen könnte.

Zwischenstopp in Brest könnte die Ursache sein
Am Mittwoch lag die Zahl der Infizierten laut Verteidigungsministerium noch bei rund 670. Der Ursprung der Kontamination ist weiter offen, eine Untersuchung soll die Hintergründe klären. Die Besatzung war zwar drei Monate lang auf See, legte aber auch einen Zwischenstopp in Brest ein, wo die Seeleute wohl von Land gehen durften, um ihre Familien zu treffen und Bars aufzusuchen. Das legten zumindest die Ermittlungsergebnisse des französischen Investigativportals Mediapart nahe. 

„Die Armee hat mit unserem Leben gespielt“
Beim Zwischenstopp in Brest galten in Frankreich noch keine Ausgangsbeschränkungen. Ein Matrose, der anonym bleiben möchte, wurde mit dem Satz „Die Armee hat mit unserem Leben gespielt“ zitiert. Der erste Corona-Fall auf dem Schiff wurde Anfang April bekannt. Laut dem Soldaten zeigten einige Seeleute bereits in Brest Covid-19-Symptome.

Von den erkrankten Soldaten sind 20 im Krankenhaus, einer wird auf der Intensivstation behandelt. Das Flaggschiff der französischen Marine war am Ostersonntag im südfranzösischen Hafen Toulon eingelaufen.

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