Innviertler in Haft

Häusliche Gewalt steigt seit letzter Woche an

Die Fälle von häuslicher Gewalt steigen seit letzter Woche immer weiter an. Traurige Szenen spielten sich in einer Wohnung in Schärding ab: Ein 29-Jähriger bedrohte seine Ehefrau mit dem umbringen, er wurde verhaftet. In den Frauenhäuser sind noch Plätze frei.

Traurige Szenen in einer Schärdinger Wohnung! Ein 29-Jähriger mit Migrationshintergrund schlug seiner türkischen Ehefrau (29) drei Tage lang mit den Fäusten ins Gesicht, würgte sie, bedrohte sie mit dem Umbringen und ließ sie nicht aus der Wohnung. Er wurde festgenommen.

Betroffene haben Angst
Laut Eva Schuh (Gewaltschutzzentrum) veränderte sich die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt in den ersten zwei Corona-Wochen nicht. „Seit letzter Woche merken wir aber einen Anstieg. Normalerweise flüchten die Betroffenen zuerst zu Nachbarn oder Freunden. Davor scheuen sich derzeit viele. Sie fragen sich, was passiert wenn ich jetzt die Polizei rufe? Wohin muss im Falle einer Wegweisung der Täter? Muss ich im Frauenhaus in Quarantäne?“, so die Expertin.

Zahl der Betretungsverbote um 30 Prozent gestiegen
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Betretungsverbote um 30 Prozent. Es gibt aktuell einige freie Plätze in den oberösterreichischen Frauenhäusern, auch die eingerichteten Notquartiere stehen bereit. Diese zusätzlichen Plätze sind derzeit frei, allerdings rechnet auch Margarethe Rackl, Geschäftsführerin Frauenhaus Linz, in den kommenden Wochen mit einem steigenden Bedarf. 

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Wenn der Mann den ganzen Tag über daheim in der Wohnung anwesend ist, ist es für Frauen noch schwieriger mit uns zu telefonieren.

Margarethe Rackl, Frauenhaus Linz

Zusätzliche Plätze sind da
Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer veranlasste zusätzliche Frauenhausplätze. „Ich stehe immer in engem Kontakt mit den Frauenhäusern in Oberösterreich und wir haben zu Beginn der Corona-Pandemie sofort zusätzliche Frauenhausplätze bereitgestellt. Wir sind gut vorbereitet und werden gewaltbetroffenen Frauen und Kindern auch in dieser Krise Schutz bieten. Ich wäre aber froh, wenn wir diese zusätzlichen Kapazitäten am Ende doch nicht benötigen.“

Hier bekommt man Hilfe
Wer Gewalt wahrnimmt oder von Gewalt betroffen ist: Die Polizei rufen! Die wichtigsten Telefonnummern:
Polizei-Notruf: 133
24-Stunden-Notruf Frauenhaus Linz: 0732/606700
Beratung (in unterschiedlichen Sprachen) der Frauenhelpline: 0800/222 555

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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Freitag, 29. Mai 2020
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