Versorgung gesichert

Stromverbrauch seit März um 13 Prozent gesunken

Österreich
06.04.2020 12:36

Die Ausgangsbeschränkungen machen sich auch bei Europas Stromverbrauch bemerkbar. Während Österreich ein Minus von 13 Prozent verbucht, ging der Verbrauch in Frankreich gar um 23 Prozent zurück. Da dadurch auch weniger fossile Energie benötigt wird, befindet sich anteilsmäßig mehr erneuerbarer Strom in unseren Netzen.

Der Stromverbrauch in Österreich ist aufgrund des Herunterfahrens der Wirtschaft wegen der Coronavirus-Pandemie seit März um durchschnittlich 13 Prozent gesunken. Das erklärte Vorstandsdirektor Thomas Karall vom Stromnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) am Montag. Es gebe Länder, wo der Verbrauch noch stärker zurückgegangen ist, „in Frankreich etwa sind es minus 23 Prozent“.

(Bild: dpa/Jens Büttner (Symbolbild))

Stromhandel funktioniert reibungslos
Europaweit sei der Stromverbrauch im Schnitt um 15 Prozent gesunken. Ungeachtet dessen würden der Austausch und der Stromhandel über die Grenzen hinweg reibungslos laufen. Die vereinzelt geringeren Leitungsbelastungen würden zusätzliche Möglichkeiten der länderübergreifenden Unterstützung bieten. So konnte etwa überschüssiger Strom aus Westeuropa verstärkt über das APG-Netz und weiter über Slowenien in den Nordosten Italiens umgeleitet werden. Angesichts der Corona-Krise seien „alle näher zusammengerückt“.

Das Gaskraftwerk Mellach (Bild: Sepp Pail)
Das Gaskraftwerk Mellach

Weniger Strom aus Wärmekraftwerken im Netz
Aufgrund der geringeren Stromnachfrage habe sich der europäische Stromerzeugungs-Mix geändert. Während erneuerbare Energie weiterhin maximal genutzt werde, seien etwa preisbedingt kalorische Kraftwerke heruntergefahren worden. Dadurch ändern sich auch die Stromflüsse im Übertragungsnetz.

(Bild: P. Huber)

Windrad-Ausbau in der Warteschleife
Der Interessensverband IG Windkraft erwartet Verzögerungen beim Ausbau der Windkraft durch das Stilllegen einiger Produktionsstandorte für Windradkomponenten. Auch bei Komponenten, die aus Asien geliefert werden, werde es womöglich zu Verspätungen kommen, erklärte Geschäftsführer Stefan Moidl am Montag. Zudem würden die Bauarbeiten auf den Baustellen in Österreich langsamer als geplant vorankommen. „Dass es dadurch in Summe zu Verzögerungen bei der Errichtung von Windrädern kommt, ist offensichtlich. Wie stark diese Verzögerung sein wird, ist im Moment aber nicht absehbar, da der Verlauf der Corona-Infektionen schwer abschätzbar ist“, so Moidl.

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