02.04.2020 15:04 |

Bohnen sehr gefragt

Corona-Krise könnte Kaffeepreis hochtreiben

Wegen der Coronavirus-Pandemie sind die Preise vieler Agrarrohstoffe stark ins Trudeln geraten. Anders sieht es beim Kaffee aus, der sich bisher solide hält. Laut Experten könnte der Wachmacher von der Home-Office-Zeit profitieren.

Zwar gibt es viele verschiedene Kaffeepflanzen, doch haben nur zwei Sorten eine großes Gewicht auf dem Markt: Arabica und Robusta, auch bekannt als Canephora. Aus Arabica-Bohnen wird etwa 60 Prozent des weltweiten Angebots produziert. Die Sorte gilt dabei als die anspruchsvollere im Anbau.

Preise gingen zuvor nach unten
Der Trend bei den Preisen zeigte bis vor Kurzem eigentlich nach unten. Eine Tonne Robusta kostet derzeit 1205 US-Dollar (rund 1102 Euro). Vor einigen Jahren bezahlte man für die Tonne gar noch über 2000 Dollar.

Auch beim Arabica-Kaffee zeigt der langfristige Preis nach unten. Kurzfristig gesehen sieht die Entwicklung jedoch positiver aus. Denn vor einem Jahr kostete das Pfund (rund 450 Gramm) 90 Cent. Und auch Anfang Februar 2020 waren es - nach einem Zwischenhoch bei rund 130 Cent Ende 2019 - bloß knapp 100 Cent.

Furcht vor Lieferengpässen
Der Arabica-Kaffee trotzte im März dem Ausverkauf an den internationalen Finanzmärkten im Zuge der Corona-Pandemie, die Preise stiegen gar. Der Grund hierfür ist laut Experten relativ simpel: die Furcht vor Lieferengpässen.

Kaffeeimporteure in einigen der größten Abnehmerländer füllen derzeit ihre Lagerbestände auf und ziehen Bestellungen um bis zu einen Monat vor. Sie wollen so Engpässe vermeiden, falls die weltweiten Lieferketten durch Coronavirus-Sperren unterbrochen würden.

„Wir hatten Anfragen von Käufern aus allen wichtigen Ländern“, sagte der Chef eines großen brasilianischen Kaffee-Exporteurs. Alle großen Röster wollten ihre Bohnen möglichst schnell im Lager haben, „nur für den Fall der Fälle“.

Mangelnde Arbeitskräfte durch Corona-Pandemie
Und nicht nur mögliche Lieferengpässe bereiten der Branche sorgen. Die Produzenten zeigten sich auch im Hinblick auf die anstehende Erntesaison besorgt, erklärt Santosh Brivio, Ökonom bei der Migros Bank. Denn die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie könnten zu einem Arbeitskräftemangel führen.

Zwar seien beispielsweise in Kolumbien Kaffeebauern von den verordneten Quarantänemaßnahmen befreit. Rund 150.000 Arbeiter unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienestandards unterzubringen und einzusetzen, sei jedoch enorm schwierig.

Leute trinken jetzt zu Hause Kaffee
Hinzu kommt, dass der Kaffeekonsum kaum sinken dürfte. Peter Harf, Verwaltungsratspräsident der JAB-Holding, die hinter Kaffeemarken wie Jacobs steht, sagte kürzlich: „Die Leute sitzen wegen Corona zu Hause, langweilen sich und trinken Kaffee“.

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