01.04.2020 09:57 |

Heuer plus 2,7 Prozent

Sozialwirtschaft: Einigung auf Drei-Jahres-Deal

Inmitten der Corona-Krise haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Sozialwirtschaft auf eine Lösung in den KV-Verhandlungen geeinigt. Als Ergebnis wurde ein Drei-Jahres-Abschluss erzielt, teilte die Gewerkschaft mit. Für die 125.000 Beschäftigten im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich bedeutet das heuer ein Lohnplus von 2,7 Prozent und eine Arbeitszeitverkürzung ab 2022. Darüber hinaus erhalten alle Beschäftigten, die während der Corona-Krise arbeiten und Kundenkontakt haben, eine Corona-Prämie in der Höhe von 500 Euro.

Die Gewerkschaften sprachen am Mittwoch von einem „verantwortungsvollen Abschluss“. Mit Blick auf die Corona-Krise sagte Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft GPA-djp: „Der Abschluss trägt dieser speziellen Situation Rechnung.“ Es sei ein „guter Abschluss mit Verantwortung für die besondere Situation“, sagte Scherz - und betonte, dass die Einigung ohne Krise nicht so schnell erfolgt wäre.

Marathon-Verhandlungen um 35-Stunden-Woche
Die KV-Verhandlungen liefen bereits seit November. Die Gewerkschaften gingen mit der Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich in die Gespräche, die Arbeitgeber lehnten das immer wieder ab und argumentierten dabei mit dem ohnehin bestehenden Personalmangel in der Pflege. Am 10. März hätte nach einer ergebnislosen siebenten Verhandlungsrunde eine große Protestveranstaltung in Wien stattfinden sollen, nach dem Corona-bedingten Veranstaltungsverbot wurde diese abgesagt. Eine Woche später wurden die Verhandlungen wegen der Corona-Krise offiziell ausgesetzt.

Corona „hat alle aus der Bahn geworfen“
Corona habe „alle aus der Bahn geworfen“, so Scherz. „Es war klar, dass das jetzt nicht möglich ist“ - obwohl die Beschäftigten nach wie vor kampfbereit gewesen wären. Die Corona-Krise habe einen „enormen Einfluss auf die Branche“, so Scherz. Einerseits seien die Beschäftigten im Arbeitsalltag besonders gefordert, andererseits sei die wirtschaftliche Unsicherheit groß. „Viele brauchen endlich ihre Gehaltserhöhung“, strich die Verhandlerin einen Beweggrund für den raschen Abschluss hervor.

37-Stunden-Woche ab 2022
Im Detail sieht dieser folgendermaßen aus: Für 2020 gibt es rückwirkend ab 1. Februar eine Gehaltserhöhung um 2,7 Prozent und ab 1. Jänner 2021 eine Erhöhung in der Höhe der Inflationsrate plus 0,6 Prozentpunkte. Am 1. Jänner 2022 wird dann die generelle 37-Stunden-Woche eingeführt. Für die 70 Prozent Teilzeitbeschäftigten bedeute das noch einmal eine Gehaltserhöhung um 2,7 Prozent, hieß es. Derzeit gilt in der Branche die 38-Stunden-Woche, viele Beschäftigte arbeiten jedoch Teilzeit.

Corona-„Zuckerl“ für Mehrheit der Beschäftigten
Die Corona-Prämie von 500 Euro bezeichnete Scherz als „Zeichen der Wertschätzung“ für die Beschäftigten, als Anerkennung für ihren Einsatz - auch in Krisenzeiten. 60 bis 70 Prozent der Beschäftigten würden von diesem „Zuckerl“ profitieren, schätzte sie.

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