29.03.2020 07:01 |

Legende im Interview

Berger: „Gedanken an Sport liegen mir sehr fern“

Österreichs zehnfacher Formel-1-GP-Sieger Gerhard Berger spricht im großen Interview mit der „Krone“ über sein Privileg, das er im Hotspot Tirol genießt, seine Gedanken rund um Corona und den Motorsport.

„Krone“: Gerhard, du lebst im Hotspot-Gebiet Tirol, wie stellt sich das Leben für dich dar?
Gerhard Berger: Ich halte mich an alle Richtlinien, habe aber das Privileg, mit meiner Familie oben am Berg zu leben. In einer guten Situation, derer ich mir bewusst bin. Aber im Kopf leide ich mit den Menschen, die mit drei Kindern in der Stadt leben und ihre Wohnungen nicht verlassen dürfen. Wie auch mit jenen, die infiziert sind oder gar auf der Intensivstation liegen, oder mit jenen, die ihren Arbeitsplatz verlieren.

Du leitest Firmen mit rund 600 Mitarbeitern, ausschließlich im Homeoffice?
Ja. Dank der Digitalisierung funktioniert das recht gut. Ich kann viel per Videokonferenz erledigen. Außerdem: Wenn ich in der Firma jemanden anstecken würde, wäre das katastrophal.

Wie beurteilst du die Maßnahmen der Regierung?
Was den Schutz der Gesundheit betrifft, ist der österreichische Weg ein vorsichtiger, aber der richtige. Doch …

… doch?
Die große Frage bleibt das Wirtschaftliche. Steuern wir auf eine katastrophale Situation zu? Wenn ich mir die Meinungen aus Holland, Schweden oder auch aus den USA anhöre, tue ich mir schwer zu sagen, welcher der richtige Weg ist. Da werden wir hinterher gscheiter sein. Sicher aber ist, dass sich nach der Krise einiges in der Arbeitswelt ändern wird.

Hast du Corona-Angst?
Nein, aber Fakt ist, dass die Lage jeden Tag rapid schlechter wird. Das sind brutalste Bedingungen. Und sicher ist der Spuk nicht in einer Woche vorbei. Ich hoffe, so wie viele, dass bald der Moment kommt, von dem an alles rapid besser wird. Vielleicht ist’s aber auch nur Wunschdenken.

Kurz zum Sportlichen: Wie siehst du die Chancen für eine DTM-Saison und einen Formel-1-GP in Spielberg?
Es liegt mir derzeit fern, solche Themen in den Vordergrund zu stellen, es geht um Arbeitsplätze und kranke Menschen. Der DTM-Kalender steht, ob er realistisch ist oder nicht, wird sich zeigen. Gleiches gilt für Spielberg. Stand heute würde ich es mit ,sehr schwierig‘ beurteilen, aber die Situation ändert sich ja täglich.

Richard Köck, Kronen Zeitung

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