22.03.2020 10:56 |

Viele Möglichkeiten

Kurzarbeit auch in der 3. Liga jetzt ein Thema

Ab Montag werden einige Klubs der 3. Liga ihre Kicker zur Kurzarbeit anmelden. Für die Vereine sicherlich ein großer Schritt in eine etwas bessere Zukunft in Zeiten des Coronavirus. Immerhin können so viele sogar die Insolvenz umgehen. Menschlichkeit wird in Krisenzeiten immer groß geschrieben - auch bei Max Entrup. Der Traiskirchen Stürmer verzichtet freiwillig auf 25 Prozent seines Gehalts.

Das Thema Kurzarbeit tauchte erstmals bei Fußballklubs der ersten und zweiten Liga auf. Aufgrund ihrer Kollektivvertragszugehörigkeit war die Kurzarbeit in diesem Bereich rechtlich unumstritten. Anders verhielt es sich für die zahlreichen Klubs im Unterhaus bzw. der 3. Liga „Es freut mich, dass wir dafür die Zusage erhalten haben. Hier geht es um tausende Existenzen im Spitzen- wie im Breitensport. Das ist immens wichtig für den Sport“, teilte BSO-Präsident Hans Niessl mit. Existenzängste gibt es natürlich auch in der 3. Liga. Viele Vereine haben durch die Absagen keine Einnahmen mehr und auch die Sponsoren brechen weg. „Deshalb ist die Kurzarbeit für einige Klubs sicher perfekt. Es gibt ja eigentlich auch nur Vorteile und kein Klub geht gerne in die Insolvenz“, meint der auf Sport- und Arbeitsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Wolfgang Rebernig. Das AMS ersetzt dem Arbeitgeber ausschließlich die entstandenen Kosten für Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 5.370 Euro Brutto.

Marchfeld schickt seine Spieler in die Kurzarbeit
Der erste Klub in der Regionalliga Ost der von der Kurzarbeit Gebrauch macht, ist Tabellenführer FC Marchfeld Donauauen. „Wir beantragen am Montag die Kurzarbeit. Da sind wir vielleicht ein bisschen besser aufgestellt als so manch anderer Verein in der Liga. Aber die Zukunft wird wohl für alle Klubs schwieriger werden“, betont FCM-Boss Wolfgang Macho. Auch bei den Ligakonkurrenten Traiskirchen, Ebreichsdorf, Mauerwerk, Stripfing und dem Wiener Sportclub wird man dem Thema Kurzarbeit in den nächsten Tagen große Aufmerksamkeit schenken. Vor allem bei den Dornbachern, denn den Schwarz-Weißen entgehen durch die abgesagten Heimspiele im Frühjahr, im Schnitt kamen 1300 Fans, enorm viel Geld.

Bei den abstiegsgefährdeten Traiskirchnern hat Obmann Werner Trost ein Machtwort gesprochen: „Natürlich ist es eine schwierige Zeit für uns. Gerade in der Rückrunde hätten wir viele Aktivitäten im Verein, die uns eine Menge Geld einbringen würden. Ich habe auch schon das Gespräch mit unserem Bürgermeister Andreas Babler gesucht und er hat mir seine Unterstützung angeboten. Eines kann ich meinen Spielern noch versprechen. Wir werden sicher niemanden fallen lassen.“ Es gibt in dieser schwierigen Zeit aber nicht nur negative Schlagzeilen, sondern auch positive. So verzichtet Traiskirchens Stürmer Maximilian Entrup auf 25 Prozent seines Gehalts. „Ja das stimmt! Es gibt bei uns im Verein einige Spieler die weniger oder gar nichts bekommen würden. Wir sind eine Mannschaft und wir halten zusammen“, erklärt Entrup. 

Bruck/Leitha muss Spieler reduzieren
Da sich die Einnahmen der Vereine in den letzten Tagen nicht wirklich verändert haben, kämpfen viele immer noch ums nackte Überleben. Wiener Viktoria etwa spricht nicht nur von großen Verlusten, sondern auch vom „Zusperren“ im Sommer. „Wenn sich die Lage bei uns nicht verbessert, dann wird es ganz schwer werden den Betrieb bei uns wie bisher zu führen. Aber wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen und einige Gönner haben sich auch schon bereit erklärt uns zu helfen“, meint etwa Viktorias Obmann Roman Zeisl. Bei Ligakonkurrent Bruck/Leitha denkt man sogar laut über Kündigungen nach. „Wir müssen uns demnächst von einigen Spielern trennen“, verrät Obmann Johann Rödler im Interview mit der Print Ausgabe der Kronen Zeitung, „zudem wird es Gehaltskürzungen geben.“

Neugierig darf man aber auch über die Wertung der Meisterschaft sein. So kursieren schon einige Gerüchte. Von der kompletten Annullierung bis hin zur Wertung nach dem Herbstdurchgang - mit einem Meister und Aufsteiger aber ohne Absteiger. Die Hoffnung auf eine faire Beendigung der Saison am grünen Rasen und nicht am grünen Tisch stirbt aber zuletzt.

Marco Cornelius
Marco Cornelius
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