12.03.2020 06:38 |

Nistplätze beseitigt

Verbauung an Gurkfluss zerstört Eisvogel-Brutplatz

„Interessiert der Schutz unserer Natur denn niemanden mehr?“ Kärntens Vogelexperte Dietmar Streitmaier ist verzweifelt – mehr als zehn Jahre hat der Naturschützer an der Gurk bei Pischeldorf Brutplätze für den gefährdeten Eisvogel vorbereitet. Nun wurde dieser einzigartige Bereich von Baufahrzeugen zerstört.

„Es ist einfach nur traurig! Jeder Naturschutz-Experte wusste, dass hier Eisvögel brüten. Der Platz ist besonders schützenswert gewesen“, zeigt sich Dietmar Streitmaier erschüttert, als er am Wochenende die Brutplätze an der Gurk inspizieren wollte. Doch die Brutplätze wurden allesamt vernichtet, da die Uferböschung zuvor abgeflacht worden war.

„Noch vor Jahren wurden bei Verbauungen der Uferböschung an der Gurk eigene Ersatzbrutwände angelegt. Jetzt wurde der Platz ohne Rücksicht einfach zerstört. Wer ist für diesen unglaublichen Natur-Frevel verantwortlich?“

Mehr als ein Jahrzehnt hat der Leiter der Natur- und Wildstation Kärnten (NWK) ehrenamtlich diesen Brutplatz aus Sand und Lehm in der steilen Gurk-Uferböschung für Eisvögel vorbereitet, weil es durch Fluss-Verbauungen kaum noch natürliche Brutplätze gibt: „Stundenlang bin ich danach in einem Versteck gekauert, um die äußerst seltenen Eisvögel zu beobachten und zu fotografieren. Mir gelang es so jährlich, mehrere Bruten zu dokumentieren“, so Streitmaier.

Population bedroht
Kärntenweit wird die Population von Birdlife etwa auf nur noch 30 Brutpaare geschätzt. „Ich glaube, es sind sogar noch weniger“, meint der Vogelexperte. Denn ein weiterer Brutplatz in Rosegg wurde erst im vergangenen Herbst bei Unwettern durch Hochwasser vernichtet. „Mir tut es einfach weh, wie stiefmütterlich der Naturschutz in Kärnten behandelt wird. Es fehlt vielen mittlerweile einfach das Herzblut“, so Streitmaier.

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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