Ärger in Straßwalchen

Kritik an den ÖBB nach Unfall mit Zug

Ein Zugunfall mit zwei schwer verletzten Frauen Dienstagnacht auf einem unbeschrankten Bahnübergang in der Grenzgemeinde Straßwalchen löste bei Einsatzkräften Verbitterung aus. Obwohl die Finanzierung eines Schrankens seit mehr als einem Jahr genehmigt ist, haben die ÖBB diesen bisher noch nicht installiert.

Es war ist noch unklar, wieso einer 23-jährigen Autolenkerin aus Straßwalchen Dienstagnacht ein derart folgenschweres Blackout passieren konnte. Die junge Lenkerin war mit ihrem Wagen und ihrer 49-jährigen Mutter am Beifahrersitz trotz blinkender Signalanlage und zweier Stopp-Tafeln in den unbeschrankten Bahnübergang der Ortschaft Haidach (Gemeinde Straßwalchen) gefahren, obwohl eine Garnitur der Braunauer-Bahn daherkam. Die Folgen waren für die zwei Frauen beinahe tödlich. Der mit vier Passagieren und dem Zugführer besetzte Triebwagen rammte ihren Kleinwagen und schleuderte ihn in eine Wiese. Der Pkw wurde deformiert, beide Frauen schwer verletzt.

Zwei Schwerverletzte
„Das war kein schöner Anblick“, sagt Josef Lechner, Kommandant des Löschzugs Haidach, der mithalf, die im Wrack eingeklemmte Beifahrerin zu bergen. Mutter und Tochter wurden in Salzburger Spitäler gebracht. Die Zugpassagiere blieben unverletzt.

Schrankenanlage kommt am 3. Mai
Auf dem unbeschrankten Bahnübergang in Haidach hat es in der Vergangenheit schon mehrfach gekracht. „Es ist traurig, dass wir dort schon wieder einen Einsatz haben mussten – und das offenbar wegen einer Bauverzögerung“, so Lechner, der kritisiert, dass eine seit etwa einhalb Jahren für diesen Bahnübergang genehmigte Schrankenanlage noch immer nicht installiert wurde. Ein Vorwurf, den ÖBB-Sprecher Robert Mosser so nicht stehen lassen will: „Die Bauarbeiten verlaufen plangemäß. Die Inbetriebnahme ist für 3. Mai vorgesehen.“

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 22. Oktober 2020
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