19.07.2010 17:15 |

Stromschlag-Gefahr

Solaranlagen sind ein Problem für Feuerwehrmänner

Bei Bränden können Photovoltaikanlagen zum großen Risiko für die Feuerwehr werden! Weil die Solarzellen auch noch Strom produzieren, wenn der Rest des Hauses lichterloh brennt, erlitt ein deutscher Feuerwehrmann einen elektrischen Schlag. In Kärnten wird an einer "Löschanleitung" für den Ernstfall gearbeitet.

Die Kollektoren sind darauf ausgerichtet, enormer Hitze standzuhalten und produzieren daher selbst dann noch Ökostrom, wenn der Dachstuhl längst in Flammen steht. Einem deutschen Feuerwehrmann wurde das Löschen eines solchen Brandes zum Verhängnis: Er erlitt einen Stromschlag – ein weiteres Haus ließ die Feuerwehr wegen des großen Risikos kontrolliert abbrennen.

"In Kärnten hatten wir solche Fälle noch nicht. Weil aber auch bei uns immer mehr Ökostromanlagen auf den Hausdächern installiert werden, erarbeiten wir derzeit eine Anleitung, wie im Brandfall damit umzugehen ist", bestätigt der Klagenfurter Feuerwehroffizier Helmut Unterluggauer.

20 Meter Mindestabstand
So dürfen diese Brände nicht mit Schaum, der als starker elektrischer Leiter gilt, bekämpft werden – beim Löschen mit Wasser müsse ein Mindestabstand von 20 Metern zum Brandherd eingehalten werden.

Der Photovoltaik-Verband hält das Thema hingegen für unbedenklich. So wie auch bei der Bundesinnung der Elektrotechniker, werde derzeit aber an einer Dokumentation über das Risiko und möglichen Verbesserungen gearbeitet, heißt es.

Bei einem großen Kärntner Produzenten für Photovoltaikanlagen ist man überzeugt, dass die Suppe heißer gekocht, als dass sie gegessen wird: "Die Feuerwehr weiß, wie sie damit umzugehen hat. Wir hatten so einen Fall noch nicht."

von Thomas Leitner, "Kärntner Krone"

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