01.03.2020 14:00 |

Peter Brattinga

Ein Apostel des guten Geschmacks

Sein Taufname „Petrus“ steht für eine der besten Lokale des Rheintals: Der Niederländer Peter Brattinga brachte exklusive belgisch-französische Küche nach Bregenz.

Begeisterte Gastgeber waren das Ehepaar Ursula Hillbrand und Peter Brattinga seit jeher - mit dem „Petrus“ erfüllten sich die beiden Kosmopoliten im Ländle einen Lebenstraum. Dass Peter/Petrus („in Holland werden bei Katholiken die Söhne nach Heiligen benannt, mein Rufname ist aber Peter“) schlussendlich am Bodensee landen würde, war aber erst nicht abzusehen. „Ich war Lebensmitteltechniker und spezialisierte mich auf Schokolade“, so der in der Kleinstadt Heiloo bei Alkmaar geborene Peter. Süß fand er auch die Bregenzerin Ursula, die er in Meran kennen und lieben lernte. Das Paar heiratete, bekam drei Töchter und zog erst nach Wien und später nach Brüssel, wo die Juristin im EU-Umfeld arbeitete. „Irgendwann hatte ich genug von der Industrie und wurde Berater von Forschungsprojekten für ökologische Landwirtschaft sowie Nahrungsmittel-Sicherheit - dennoch setzte sich die Idee, professionell als Gastgeber zu fungieren, immer mehr in mir fest“ schildert Peter seinen Weg vom Labor zum Lokal. Ein erster Schritt war der „Bregenzer Salon“, in dem die beiden, vorerst noch pendelnd, die Tradition der Salons des 19. Jahrhunderts wiederaufleben ließen. Der „Raum für gute Gespräche“, in dem Diskussionen, Seminare, aber auch Diners im halb-privaten Rahmen stattfinden, fand regen Zuspruch.

Der Salon befindet sich im ersten Stock des ehemaligen „Gasthaus Tötsch“, bis in die 70er Jahre ein Bregenzer Traditionslokal in Ursulas Stammhaus. Zwischenzeitlich lockten das „Rudi B.“ und später die „Anette-Bar“ Nachtschwärmer in das Haus in der Anton-Schneider-Straße, ehe es im Februar 2018 soweit war: das Paar schuf ein in Bregenz noch nie dagewesenes Lokal. Liebevoll wurde altertümliches Flair mit Hi-Tech kombiniert, das Ambiente erinnert an ein Literatencafé, und man vermutet Sartre und Simone de Beauvoir am Nebentisch, während Jacques Brel am hauseigenen Piano Chansons singt. Frankophiler CharmeUnd auch der Gaumen wird verwöhnt: neben Fricassé de canard (Ente) sowie diversen Fisch- und Muschelgerichten erinnern belgische Biere an die frühere Heimat der beiden. „Eine Brasserie kommt mit zwei statt mit fünf Gängen aus - aber die sollten hochwertig sein“ setzt Peter auf Qualität, die auch vom Gault Millau erkannt wurde: ganz schnell erlangte das „Petrus“ eine Haube.

Der Weltenbummler („Hier schätze ich vor allem die Landschaft und die Kultur“) ist die Seele und das Gesicht des „Petrus“: „So sechzehn Stunden bin ich schon im Lokal - und ich liebe es!“ wird er seinem Titel „Gastgeber“ mehr als gerecht. Das „Petrus“ ist eine Bereicherung - wir warten sehnsüchtig auf Jakobus, Paulus, Thomas...

Raimund Jäger

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