06.02.2020 16:12 |

Bombe in Lkw

Nordirland: Anschlag am Brexit-Tag geplant?

War am Tag des Brexit ein Anschlag in Nordirland geplant? Die Polizei ermittelt nach dem Fund einer Bombe in einem Lastwagen, der auf einem Parkplatz mit etwa 400 weiteren Fahrzeugen geparkt war. Wäre der Sprengsatz detoniert, hätte es unter Umständen ein blutiges Massaker gegeben. Die Ermittler vermuten, dass eine Splittergruppe der irisch-republikanischen IRA die Bombe versteckt hat.

Der Sprengsatz wurde auf einem Lkw-Parkplatz in Lurgan, rund 30 Kilometer südwestlich von Belfast, entdeckt. Die Täter hätten in dem vollen Wissen und der Erwartung gehandelt, dass sie „den Führer dieses Fahrzeugs, Verkehrsteilnehmer und die weitere Öffentlichkeit ernster Verletzungs- oder möglicher Lebensgefahr“ aussetzten, hieß es in einer Mitteilung der Polizei.

Sie wies darauf hin, dass bereits am Brexit-Tag vergangenen Freitag ein Bombenhinweis eingegangen war. Damals habe es geheißen, die Bombe sei in einem Lastwagen, der mit einer Fähre nach Schottland reisen sollte. Daraufhin sei der Hafen in Belfast durchsucht worden. Gefunden wurde dabei nichts. Die Fähre sei unbeschadet in Schottland angekommen.

Splittergruppen haben Gewalt nicht abgeschworen
Der EU-Austritt Großbritanniens hat in der ehemaligen Bürgerkriegsregion Nordirland in den vergangenen dreieinhalb Jahren zu erhöhten Spannungen geführt. Nordirland ist Teil des Vereinigten Königreichs. Die Gesellschaft dort ist aber tief gespalten in Protestanten, die sich als Briten verstehen und Katholiken, die sich als Iren definieren und teilweise eine Vereinigung des Landesteils mit der Republik Irland fordern. Drei Jahrzehnte lang lieferten sich militante Gruppen auf beiden Seiten sowie Polizei und das britische Militär einen erbitterten Bürgerkrieg mit Tausenden Toten, der erst 1998 endete. Einige Splittergruppen auf beiden Seiten haben aber nach wie vor nicht komplett der Gewalt abgeschworen.

Protestanten wittern Verrat durch Brexit
Die Protestanten beobachten nun genau, wie das bis Jahresende zu verhandelnde Freihandelsabkommen mit der EU aussehen wird. Sie wittern bereits jetzt schon Verrat und haben Angst für immer an die EU-Zollunion gebunden zu bleiben. Denn die Übergangsregelungen sehen vor, dass die britische Provinz weiter Regeln des EU-Binnenmarktes anwendet, um Grenzkontrollen zum EU-Mitglied Irland zu vermeiden. Dazu gehören Produkt- und Hygienestandards oder Vorgaben für Tier- und Lebensmittelkontrollen. Nordirlands Parlament darf alle vier Jahre entscheiden, ob es die Vereinbarung fortführt.

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