03.02.2020 10:04 |

57 Tote an einem Tag

Wuhan-Rückkehrer werden bei Ankunft desinfiziert

China hat den bisher stärksten Anstieg von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und Todesfällen innerhalb eines Tages gemeldet. An der Lungenkrankheit seien erneut 57 Menschen gestorben, teilte die Gesundheitskommission am Montag in Peking mit. Damit sind nun offiziell 361 Todesfälle in China zu beklagen. Die Zahl der bestätigten Infektionen kletterte den Angaben zufolge um 2829 auf 17.205. Aus Angst vor dem Virus greift nun auch Indonesien zu drastischen Mitteln und besprüht Wuhan-Heimkehrer bei ihrer Ankunft mit Desinfektionsmittel.

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Virus ist mittlerweile höher als während der SARS-Pandemie vor 17 Jahren. An diesem Erreger waren damals in Festlandchina laut der offiziellen Bilanz 349 Menschen gestorben.

Wuhan-Rückkehrer werden mit Mittel besprüht
Wie groß die Angst vor dem tödlichen Virus weltweit ist, verdeutlichen Szenen aus Indonesien: Bilder und Videos zeigen Wuhan-Rückkehrer, die am Sonntagmorgen beim Verlassen eines Fliegers am Flughafen Hang Nadim in Batam mit Desinfektionsmittel besprüht werden. Bevor sie zu ihren Familien zurückkehren können, müssen sie - wie alle potentiell Erkrankten - mindestens 14 Tage in Quarantäne verbringen.

Höhepunkt der Epidemie später als erwartet
Der Höhepunkt der Epidemie ist allerdings noch nicht erreicht: Chinesische Fachleute rechnen erst später als bisher erwartet mit der höchsten Infektionszahl in der Volksrepublik. „Wir gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Epidemie in zehn Tagen bis zwei Wochen erwartet wird“, sagte der Chef des nationalen Expertenteams im Kampf gegen das Coronavirus, Zhong Nanshan, am Montag. Dafür müssten aber vorbeugende Maßnahmen verstärkt werden. „Wir dürfen in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen.“

Damit korrigierte der bekannte Experte seine bisherige Vorhersage von vor einer Woche, als er den Höhepunkt noch für Ende dieser Woche vorhergesagt hatte. Warum er den Zeitpunkt jetzt doch weiter in die Zukunft verschieben musste, sagte Zhong Nanshan nicht.

Obwohl die Ausbreitung des neuartigen Erregers zunimmt und das Virus bereits in jeder Provinz und Region Chinas nachgewiesen ist, rechnet er nach eigenen Worten nicht mit einem „nationalen Ausbruch“. „Es könnte eher nur ein partieller Ausbruch sein“, sagte Zhong Nanshan.

14 Tage Quarantäne für Österreicher
Sieben aus Wuhan heimgeholte Österreicher sind am Sonntagabend wohlbehalten in Wien-Schwechat angekommen. Sie wurden zur Erstversorgung in das Hygienezentrum der Stadt Wien gebracht werden, wo auch die Abstriche für die Virus-Tests erfolgen. Krankheitsfall war keiner bekannt, dennoch wird es eine 14-tägige Quarantäne geben.

Wuhan-Rückkehrer in Frankreich nicht erkrankt
Unter den weiteren knapp 250 Menschen, die gemeinsam mit den Österreichern von einer französischen Maschine aus Wuhan ausgeflogen worden waren, wurden etwa 20 wegen möglicher Symptome des Coronavirus noch am Ort der ersten Landung auf der französischen Luftwaffenbasis Istres-Le Tube auf den Erreger getestet. Wie sich am Montagvormittag herausstellte, haben sich die Passagiere nicht infiziert. Tests seien negativ ausgefallen, sagte der Staatssekretär im französischen Gesundheitsministerium, Adrien Taquet im Sender BFMTV.

Neunter Fall in den USA bestätigt
Die kalifornische Gesundheitsbehörde hat unterdessen neunten Fall einer Infektion mit dem Virus in den USA bestätigt. Die Frau und ihre Familie sei in ihrem Haus in Santa Clara unter Quarantäne. Die Frau ist kürzlich von einer Reise nach Wuhan zurückgekehrt. Die US-Gesundheitsbehörden stufen die Risiken für die Vereinigten Staaten aber weiterhin niedrig ein, Präsident Donald Trump behauptete in einem TV-Interview gar, man habe das Virus „ausgeschaltet“.

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