26.01.2020 06:00 |

Im „Krone“-Talk

Sebastian Weber: „Ich mag alle meine Kinder“

ServusTV-Meteorologe Sebastian Weber über Bodenhaftung, Föhnmauern und Populismus. 

„Krone“:Sie haben mich auf den Salzburger Gaisberg eingeladen.
Sebastian Weber: Schauen Sie sich das Panorama an! Das ist doch einfach gewaltig, oder? Immer wenn ich hier bin, verspüre ich ein Gefühl von Freiheit. Der Himmel ist zum Greifen nah und man hat die ganze Bergwelt vor sich.

Ein herrliches Gefühl!
Ja, und das brauch ich ab und zu, ich mag es nicht wenn ich in einem zu engen Korsett stecke, das engt mich ein. Ich bin ja hier auf einem Bauernhof am Gaisberg geboren, bin mit den Bergen stark verwurzelt.

Sie sind also von Grund auf geerdet.
(lacht) Ja, hoffentlich! Das ist ganz wichtig in unserem Job, dass man nie die Bodenhaftung verliert.

Wie kam‘s zu Ihrer Leidenschaft für das Wetter?
Ich war immer schon ein leidenschaftlicher Wintersportler, und wollte daher wissen, wann es wo wie viel schneit. Daher hab ich schon als kleiner Bub immer Wetterpanorama und Webcams geschaut. Da war dann irgendwann schnell klar, dass ich Meteorologe werde.

Ihr Markenzeichen beim Servus-Wetterbericht ist eine Tafel, auf der die Wetterlage aufgezeichnet ist.
Ja, die male ich selber. Wenn ich die Wettersituation zeichne, geht auch so ein bisschen die Anspannung weg und entschleunigt mich ein bisschen.

Was sagen Sie den Leuten, die sich beschweren, dass die Prognose falsch war?
Grundsätzlich ist es so, dass die Wettermodelle stimmen, aber die Natur sich nicht daran hält. Es ist unmöglich die Natur vorauszudenken und das, obwohl die stärksten Computer der Welt für das Wetter arbeiten und nicht wie man glauben möchte für die CIA.

Wie ist Ihre Position zur Klimawandeldebatte?
Mir wird das Ganze oft zu populistisch. Besser wäre, nicht so laut zu schreien. Jeder sollte für sich selbst überlegen, was er tun kann und bei sich selbst beginnen.

Gibt es noch Dinge beim Wetter, die sie überraschen?
Ja, ständig! Die Natur zaubert immer, so wie heute, ganz eigene Stimmungen, und das ist immer wieder was Neues. Auch eine Föhnmauer finde ich immer wieder unheimlich spannend und interessant.

Gibt’s ein Lieblingswetter?
Ich mag alle meine Kinder. (lacht) Aber am liebsten habe ich das Wetter nach einer Kaltfront, weil danach ist die Luft ganz klar und reingewaschen. Dann gibt’s flache Quellwolken, und das schaut unglaublich gut aus.

Auf welchem Berg finde ich Sie in der Pension?
Irgendwo in den Dolomiten, denn da sind die Berge noch ein bissl imposanter.

Stefan Weinberger, Kronen Zeitung

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