22.01.2020 09:24 |

Erster Fall in den USA

Neues Coronavirus: Immer mehr Tote und Infizierte

Der neuen Lungenkrankheit in China sind drei weitere Menschen zum Opfer gefallen. Damit seien nun neun Todesfälle bestätigt, teilten die Behörden am Mittwoch mit. Zudem sei die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus im Vergleich zum Vortag um mehr als 100 auf rund 440 Fälle angestiegen. Experten rechnen allerdings mit einer weitaus höheren Dunkelziffer. Nachdem die Krankheit bereits in Japan, Südkorea, Thailand und Taiwan festgestellt wurde, gibt es nun auch einen ersten Fall in den USA.

Bei Menschen in China ist die neue Erkrankung zum allgegenwärtigen Thema geworden. In Peking waren am Mittwoch ungewöhnlich viele Menschen mit Schutzmasken unterwegs (siehe auch Video oben). In zahlreichen Geschäften in der Hauptstadt und in anderen Städten waren die Masken bereits ausverkauft.

Reisewelle erhöht Gefahr einer Übertragung
Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am Samstag wächst die Gefahr einer Übertragung des Virus. Bei der größten jährlichen „Völkerwanderung“ sind mehrere Hundert Millionen Chinesen unterwegs. Der für Gesundheitspolitik zuständige Vizeminister Li Bin warnte, dass das Virus, das von Mensch zu Mensch übertragbar ist, mutieren und sich weiter ausbreiten könnte.

Mann in USA nach China-Visite infiziert
In den USA wurde am Dienstag ein erster Fall der neuen Lungenkrankheit nachgewiesen. Es handle sich um einen Mann, der nach einer Reise in die chinesische Metropole Wuhan, wo die Krankheit Ende Dezember ihren Ausgang genommen hatte, nach Seattle zurückgekehrt sei, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Der Mann in seinen 30ern habe bei der Rückreise noch keinerlei Symptome bemerkt, sich dann aber zur Untersuchung in ein Spital begeben. Sein Zustand sei jedoch nicht besorgniserregend, hieß es.

Zwei weitere Infektionen in Thailand bestätigt
Indes wurden in Thailand zwei weitere Fälle nachgewiesen. Es handle sich um eine Thailänderin, die von einer Reise aus Wuhan zurückgekehrt war, und um einen Chinesen, der am Sonntag eingereist war, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Damit gibt es in dem südostasiatischen Land mittlerweile vier nachgewiesene Fälle.

Experten rechnen auch mit Fällen in Europa
Laut Schätzungen von Experten des Imperial College London könnte es mittlerweile bereits mehr als 1700 Infizierte geben. Demnach würden vereinzelte Einschleppungen der neuen Lungenkrankheit auch nach Europa immer wahrscheinlicher. Die Weltgesundheitsorganisation hat ihren Notfallausschuss einberufen, die Experten sollen am Mittwoch über mögliche Maßnahmen beraten. Auch die EU-Kommission plant zur Bewertung der Risiken ein Treffen, der Ausschuss für Gesundheitssicherheit soll am Donnerstag zusammenkommen.

Chinas Nachbarstaaten ergreifen Maßnahmen
Russland verstärkt aus Angst vor einer Ausbreitung des neuartigen Virus bereits die Kontrollen an der Grenze zu China. Taiwans Präsidentin Tsai Ing Wen forderte die Führung in Peking auf, die „wahren“ Informationen über den Erreger preiszugeben. Nordkorea hatte bereits am Dienstag zum Schutz gegen die Lungenkrankheit seine Grenzen für ausländische Touristen geschlossen. Neben den asiatischen Nachbarn Chinas führen auch Flughäfen in zahlreichen anderen Staaten Fieberkontrollen bei chinesischen Passagieren durch.

Warnung vor „Superspreadern“ der SARS-Variante
Gesundheitsexperten warnen vor besonders ansteckenden Patienten, die das Virus schneller streuen könnten. Fälle der sogenannten Superspreader hatte es in China auch nach dem SARS-Ausbruch im Jahr 2003 gegeben. Damals hatte ein Virus von China ausgehend eine weltweite Pandemie mit 8000 Infizierten zur Folge, etwa 800 Menschen starben. Analysen des Erbguts des neuen Erregers ergaben, dass es sich dabei um eine SARS-Variante handelt.

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