18.01.2020 06:00 |

Happy Birthday

Der König der 80er-Jahre: Billy Ocean wird 70

Seine großen Hits hatte Billy Ocean in den 1980ern, mit 70 startet er jetzt noch einmal richtig durch. Im Frühjahr erscheint sein neues Studioalbum „One World“ mit dem Thema, „die Welt zu einem besseren Ort zu machen“, wie er der Deutschen Presse-Agentur verriet. „Ich habe in den letzten Jahren in den Pausen zwischen den Tourneen an neuen Songs gearbeitet.“ Am 21. Jänner feiert er seinen 70. Geburtstag.

Im Sommer wird Billy Ocean auf Festivals spielen, im Herbst wieder durch Großbritannien touren. Doch seine großen Hits liegen schon mehrere Jahrzehnte zurück. „Love Really Hurts Without You“ und „Love On Delivery“ machten ihn in den 70er-Jahren in Deutschland, Großbritannien und den USA bekannt. In den 80ern stürmte Billy Ocean weltweit die Charts mit Hits wie „Caribbean Queen“, „Loverboy“, „Suddenly“ und „Get Outta My Dreams, Get Into My Car“.

Prophezeiung
Geboren wurde er am 21. Jänner 1950 in Fyzabad auf der karibischen Insel Trinidad. Sein religiöser Vater spielte Gitarre und sang Calypso - eine Inspiration für den jungen Leslie Sebastian Charles, wie Billy Ocean ursprünglich hieß. „Als ich ein kleiner Bub war, sagte eine Lehrerin zu mir: ‘Charles, du wirst für dein Abendessen singen‘“, erinnerte er sich im „Guardian“. „Es war fast wie eine Prophezeiung.“

Als er zehn war, zog seine Familie ins Londoner East End. Ein Kulturschock: „Wir hatten am Rande einer Kakaoplantage gelebt, mit vielen Hektar Land“, erklärte er dem „Guardian“ den Unterschied zu London, das ihn mit „Chaos und Kälte, Smog, Nebel“ empfing. Seine Mutter bestand auf eine Lehre in der berühmten Londoner Schneidergasse Savile Row, als er den Schulabschluss nicht schaffte. Das zahlte sich später aus: In den 80ern entwarf er seine Bühnenoutfits selbst. „Im Musikgeschäft geht es um Image, und was könnte wichtiger sein als Farbe? Farbe wird immer anziehen“, sagte er dem „Guardian“.

Bombastische Erfolge
Doch sein Ziel war die Musik: „Ich begann in Tin Pan Alley [Spitzname für die Londoner Musikgasse Denmark Street] als Mitglied von Schreibteams und als Sänger bei Demo-Aufnahmen zu arbeiten“, sagte Ocean der dpa. „Schließlich bekam ich die Chance, meine eigenen Songs zu schreiben und aufzunehmen.“ 1976 schaffte er es mit mehreren Single-Auskoppelungen seines Debütalbums in die Charts; die 80er wurden sein Jahrzehnt. Billy Ocean verkaufte nach eigenen Angaben mehr als 30 Millionen Platten und schrieb Geschichte als erster schwarze Brite, der die US-Charts stürmte: Mit dem Titelsong „When The Going Gets Tough, The Tough Get Going“ für den Blockbuster „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ mit Michael Douglas, Kathleen Turner und Danny DeVito.

Doch auf der Höhe seines Erfolgs zog er sich überraschend aus dem Musikbusiness zurück: „Ich war so beschäftigt in den 80er-Jahren, dass ich das Aufwachsen meiner ersten beiden Kinder verpasst habe“, erklärte er im dpa-Interview. „Als mein drittes Kind geboren wurde, entschied ich, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen.“ Familie und christliche Werte lagen ihm schon lange am Herzen. „Get Outta My Dreams, Get Into My Car“ sei eigentlich ein spiritueller Song, verriet der Rastafari-Anhänger und Marihuana-Liebhaber dem „Guardian“ 2012. „Religion kann für viele Menschen ein großes Tabu sein, aber es ist gut, wenn man sie verschleiern und interessant machen, und sie mit dem Leben der Menschen in Verbindung bringen kann.“ Bis heute spiele der Rastafari-Glauben eine wichtige Rolle in seinem Leben, sagte Ocean der dpa.

Rückkehr aus Passion
Ursprünglich wollte er nur fünf Jahre aussteigen; daraus wurden knapp zwei Jahrzehnte. 2007 trat Billy Ocean wieder auf, um zu testen, ob ihm das Showbusiness noch gefällt. Seine Tochter Cherie unterstützt ihn seither als Background-Sängerin. „Und um ehrlich zu sein, ich habe jetzt mehr Spaß, da es nicht den Druck gibt, ständig neue Hits zu haben.“ Stattdessen verlegt er seine Ohrwürmer immer wieder neu. „Ich bin Schneider, und wenn man einen guten Anzug macht, hält er jahrelang und man kann ihn sehr häufig anziehen“, erklärte Billy Ocean der „Sunday Post“ seinen anhaltenden Erfolg. „Musik ist genauso.“

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