17.12.2019 06:39 |

Mit Startverbot belegt

Boeing setzt Produktion von 737-Max-Jets aus

Angesichts der hohen Ungewissheit um eine Wiederzulassung hat sich Boeing entschlossen, die Produktion seines Krisenjets 737 Max ab Jänner vorübergehend auszusetzen. Das teilte der US-Luftfahrtkonzern am Montag in Chicago mit. Der Flugzeugtyp ist bereits seit Mitte März mit Startverboten belegt. Grund sind zwei Abstürze in Äthiopien und Indonesien innerhalb weniger Monate, bei denen insgesamt 346 Menschen starben.

Boeing hatte die 737-Produktion bereits im April deutlich reduziert und die monatliche Fertigungsrate von 52 auf rund 42 Maschinen gedrosselt. Doch da Boeing die Maschinen bis zu einer Wiederzulassung nicht ausliefern darf, entstehen hohe Kosten und logistische Probleme. Laut Boeing müssen deshalb derzeit rund 400 Flugzeuge zwischengelagert werden (siehe Video unten), was zunehmend zu Platzmangel führt.

Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte Boeing vergangene Woche deutlich zu verstehen gegeben, nicht auf eine rasche Wiederzulassung der 737 Max zu setzen. FAA-Chef Steve Dickson habe Bedenken, dass der Flugzeughersteller einen „unrealistischen“ Zeitplan verfolge, warnte die Behörde Boeing in einem am Donnerstag veröffentlichten E-Mail.

Im November hatte Boeing noch Zuversicht verbreitet, noch vor dem Jahreswechsel eine Genehmigung der FAA für die 737 Max zu erhalten. Vorstandschef Dennis Muilenburg betont allerdings auch schon seit Monaten, dass die Produktion bei weiteren Verzögerungen erneut gedrosselt oder ganz ausgesetzt werden könne, was nun der Fall ist.

Wurde Jet überstürzt auf den Markt gebracht?
Die 737-Max-Abstürze in Indonesien und Äthiopien, bei denen im Oktober 2018 und März 2019 insgesamt 346 Menschen ums Leben kamen, haben Boeing in eine tiefe Krise gebracht. Der Konzern steht im Verdacht, die Unglücksmaschinen überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Boeing weist dies zwar zurück, hat aber verschiedene Fehler und Pannen eingeräumt.

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