13.12.2019 01:34 |

6 Leichen geborgen

Dieses Bild entstand Minuten vor Vulkanausbruch

Lillani Hopkins und ihr Vater Geoff besuchten am 9. Dezember die Insel White Island und machten dieses Foto. Nur wenige Minuten später - sie waren gerade in das Boot gestiegen, das sie zu der Vulkaninsel hingebracht hatte - brach Whakaari aus. Mindestens 16 Menschen starben bei der Naturkatastrophe, für die es keine Anzeichen gegeben hatte. 22 Menschen wurden schwer verletzt - viele von ihnen kämpfen in Spitälern ums Überleben. Acht Leichen mussten zunächst auf der Insel vor der Küste Neuseelands zurückgelassen werden, am Freitag wurden sechs von ihnen geborgen.

Vier Tage nach dem Vulkanausbruch auf der neuseeländischen Insel unternahmen Einsatzkräfte die riskante Tour, um sechs von acht zunächst auf White Island verbliebenen Leichen zu bergen. Die sterblichen Überreste der Menschen seien den Helfern aufgrund von kurz nach dem Ausbruch gesammelten Informationen durch Drohnen und Hubschrauberpiloten bekannt gewesen und Freitagfrüh Ortszeit an Bord eines neuseeländischen Marineschiffes gebracht worden, teilte Vize-Polizeichef John Tims mit. Die Behörden gehen davon aus, dass noch zwei Opfer auf der Insel liegen.

„Wahnsinn, Männer und Frauen nach White Island zu schicken“
Der Einsatz des Bergungsteams aus acht Elitesoldaten fand unter äußerst gefährlichen Bedingungen statt. Vulkanforscher warnen seit Tagen vor einer möglichen neuen Eruption. Trotzdem billigten die Behörden die Mission. Zuletzt war vonseiten von Angehörigen der Druck auf die Behörden gewachsen, die Bergung einzuleiten. Polizeiminister Stuart Nash hatte gesagt, es sei "Wahnsinn, Männer und Frauen nach White Island zu schicken, wenn es dort nicht sicher für sie sei.

Vier Deutsche bei Tragödie verletzt
Insgesamt hatten sich zum Zeitpunkt der Eruption am Montag 47 Menschen auf der Insel in der Bay of Plenty etwa 50 Kilometer vor der Küste der neuseeländischen Nordinsel aufgehalten. Darunter waren vier Deutsche, die nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin Verletzungen davontrugen. Die anderen Ausflugstouristen und Reiseleiter kamen aus Australien, den USA, Großbritannien, China, Malaysia und Neuseeland.

Dankbar gefaltete Hände neben dem Vulkaninsel-Bild
Lillani Hopkins aus Neuseeland, die die Tour am Dienstag mit ihrem Vater unternommen hatte, hatte riesiges Glück. Wie sie der Nachrichtenagentur AFP schilderten, hatten sie gerade die Insel verlassen, als der Vulkan ausbrach. Sofort habe das Boot umgedreht und Verletzte aufgenommen. Am Abend änderte Lillani ihr Titelbild auf Facebook in jenes, das auf White Island geschossen worden war, und versah es mit einem Herzen und dankbar gefalteten Händen. In den Kommentaren wurde den Schutzengeln gedankt, dass Lillani und ihr Vater in Sicherheit waren.

Insel mit säurehaltiger Asche bedeckt
Nach Angaben des neuseeländischen Vulkanologen Nico Fournier müssen sich die Bergungsteams im Falle einer Eruption - die Chance dafür liegt bei 50 bis 60 Prozent - auf Magma, extrem heißen Dampf, Asche und kanonenkugelgroße Gesteinsbrocken gefasst machen. Aus dem Vulkankrater treten zudem weiterhin giftige Gase aus, die ganze Insel ist mit säurehaltiger Asche bedeckt.

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