11.12.2019 06:54 |

Rektorin nach Räumung:

„Gewaltsamer Zutritt ist kein adäquates Mittel“

„Sich gewaltsam Zutritt zu TU-Räumen zu verschaffen, ist kein adäquates Mittel, Forderungen durchsetzen zu wollen“, konstatiert die Rektorin der Technischen Universität Wien, Sabine Seidler, nach der Räumung des am Dienstag besetzten Festsaals der Hochschule. „Wir wurden geräumt, weil die Uni keinen Raum für uns hat“, konterten die Besetzer, die unter dem Motto „Uns reicht‘s“ aufmarschiert waren.

Nach rund sechseinhalb Stunden Besetzung durch eine Studentengruppe wurde am Dienstagabend der Festsaal der Technischen Universität Wien von der Polizei geräumt. Seidler habe auch mehrfach mit zwei Vertretern der Besetzer gesprochen und Unterstützung bei der Anbahnung von Gesprächen mit den Koalitionsverhandlern sowie den Festsaal als Raum für Diskussionsrunden angeboten, hieß es. Die Art des Besetzung sowie das Beharren der Protestgruppe auf ein Verbleiben auf unbestimmte Zeit hätten die Rektorin aber schließlich zur Räumung veranlasst.

Umfassender Forderungskatalog
Die Forderungen der Studenten hätten sich konkret an die Regierungsverhandlungsteams gerichtet, so Seidler. Deren Anliegen nach einem Bildungsschwerpunkt in der neuen Regierung und mindestens zwei Prozent des BIP für Unifinanzierung oder Gendergerechtigkeit unterstütze sie. Mittlerweile umfasst der Forderungskatalog auch freien und offenen Hochschulzugang, weniger Leistungsdruck und eine geringere Verschulung des Studiums.

Adressatin des von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) unterstützten Protests war unter anderem Koalitionsverhandlerin, Ex-ÖH-Vorsitzende und „unibrennt“-Aktivistin Sigrid Maurer. Diese wollte den „Uns reicht‘s“-Forderungskatalog auch gerne übernehmen - allerdings erst am Donnerstag nach dem Plenartag im Nationalrat.

„Kein Raum für Dialog“
„Keinen Raum fur Diskurs, keinen Raum für Dialog" gebe es auf der Uni, schrieben hingegen die Besetzer auf Twitter. Auch allzu energisches Vorgehen der Securitys und der Polizei im Zuge der Räumung selbst wurde dort angeprangert.

„Heute ist nicht alle Tage. Wir kommen (bald) wieder, keine Frage“, twitterten die Aktivisten zudem nach der Räumung. Weitere Proteste sind also nicht ausgeschlossen.

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