05.12.2019 15:06 |

Glyphosat-Debatte

Wirbel um von Monsanto finanzierte Studien

Hat das US-Agrarunternehmen Monsanto versucht, verdeckt Einfluss auf die Debatte über das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zu nehmen? Das mittlerweile zum deutschen Bayer-Konzern gehörende Unternehmen hat vor einigen Jahren zwei deutsche Glyphosat-Studien mitfinanziert, was man auch seitens Monsanto bestätigt. Für die deutsche NGO Lobbycontrol ist das ein „inakzeptabler“ Vorgang. Erst im Frühjahr war bekannt geworden, dass Monsanto in den Jahren 2016 und 2017 geheime Listen von Glyphosat-Gegnern geführt hatte.

Es geht um zwei Studien des Gießener Instituts für Agribusiness, in dem Glyphosat als wichtig für die Landwirtschaft dargestellt wird: Ohne ihn würden Milliardenverluste drohen, warnten die Autoren. Die eine Studie ist von 2011, die andere in überarbeiteter Fassung von 2015. Der deutsche Konzern mit seiner Agrarchemie-Zentrale in Monheim (NRW) bestätigte, dass die Studien von Monsanto mitfinanziert wurden. Für die Aussagekraft der Untersuchungen hatte dies nach Ansicht der Firma aber keine Folgen.

Klagenflut gegen Monsanto in den USA
Monsanto wurde 2018 von Bayer geschluckt. Seitdem steht der Chemiekonzern zunehmend unter Druck. Monsanto steht im Zentrum zahlreicher Gerichtsverfahren in den USA, in denen die Kläger glyphosathaltige Mittel für ihre Krebserkrankungen verantwortlich machen. Bayer legte jedes Mal Berufung ein und sieht die Produkte bei korrekter Anwendung als nicht gesundheitsgefährdend an. Die Frage, ob Glyphosat eine krebsauslösende Wirkung hat, ist umstritten. In Österreich hat das Parlament heuer ein Verbot für das Ackergift beschlossen.

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