03.12.2019 20:23 |

„Nazis raus“-Rufe

Wieder Störaktion bei Vorlesung von Lothar Höbelt

Nachdem Studenten an der Universität Wien bereits vor zwei Wochen eine Vorlesung Lothar Höbelts gestört hatten, geriet der FPÖ-Historiker am Dienstag erneut ins Visier von linken Demonstranten. Mit Plakaten und Sprechchören bekundeten sie ihren Unmut darüber, dass der umstrittene Professor weiter an der Uni unterrichten darf. Die Studenten forderten Höbelts sofortige Entlassung.

„Es ist ein Skandal, dass Höbelt noch an der Uni Wien unterrichten darf“, beschwerte sich Noah Scheer, Präsident der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen, am Dienstag. Die Demonstranten stoßen sich daran, dass Höbelt vor wenigen Tagen gemeinsam mit als rechtsextrem eingestuften Personen wie etwa Götz Kubitschek bei der FPÖ-nahen Herbstakademie zum Thema „Volk“ aufgetreten ist - und trotzdem seine „kruden Thesen“ an der Uni verbreiten darf, teilten sie mit.

Die Höbelt-Gegner sehen akuten Handlungsbedarf und betonen: „Rechtsextremes Gedankengut und Holocaust-Verharmlosung dürfen keinen Platz an Hochschulen haben“. Wie beim letzten Mal hatten die Studenten am Dienstag ein Plakat mit der Aufschrift „Kein Raum für Nazis an der Uni“ dabei.


Zudem riefen sie „Nazis raus“ durch den Hörsaal und skandierten antifaschistische Parolen. „Wir wollen eine Universität, an der niemand unwidersprochen die Geschichte verdrehen kann, an der von Rassismus Betroffene ohne Angst in ihre Vorlesungen gehen können, an der es keinen Platz für reaktionäre Ideologien gibt“, forderten die Demonstranten.

Nach einer Störaktion Ende November hatte die FPÖ Konsequenzen für die Demonstranten gefordert. Parteiobmann Norbert Hofer sprach von „linken Krawallmachern“, die in die Schranken gewiesen werden müssten. Vonseiten der Universität Wien verwies man auf die Meinungsfreiheit.

Hafenecker fordert Konsequenzen
FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker hat noch am Dienstag Konsequenzen für die Demonstranten gefordert. Er bezeichnete die Beteiligten als „Linksextremisten“, „Radaubrüder“ und „Chaotengruppe“ und nannte den Protest einen „Skandal der Sonderklasse“, der von den Verantwortlichen der Universität sanktioniert werden müsse. „Es ist nicht hinzunehmen, einen untadeligen Vortragenden wie Professor Höbelt als Nationalsozialisten zu diffamieren“, teilte Hafenecker mit.

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