28.11.2019 15:05 |

Ehefrau erstochen

Geldprobleme führten zu tödlichem Streit in Wien

Nach der schrecklichen Bluttat in einer Wohnung im Wiener Bezirk Favoriten hat es nun ein Geständnis gegeben. Der 62-jährige Tatverdächtige, der mit einem Küchenmesser auf seine 50 Jahre alte Ehefrau eingestochen hatte, gab den Angriff auf die fünffache Mutter zu und nannte auch ein Motiv für die entsetzliche Tat, die sich vor den Augen von vier der gemeinsamen Kinder abgespielt hat. So soll ein Streit rund um die schwierige finanzielle Situation, in der sich die Familie befindet, eskaliert sein.

Bei der Einvernahme des 62-Jährigen am Donnerstagnachmittag - da der Tatverdächtige kaum Deutsch spricht, musste ein Dolmetscher hinzugezogen werden - habe der Mann die Tat gestanden, so Polizeisprecherin Irina Steirer. „Er gab zu, zugestochen zu haben, bestritt aber eine Tötungsabsicht.“

Als Motiv für die Bluttat gab der verdächtige Afghane finanzielle Probleme der Familie an, die am Mittwochabend zu einem heftigen Streit mit seiner Ehefrau geführt hätten. In der Folge eskalierte die Situation gegen 18 Uhr in der Wohnung des Paares in der Katharinengasse in Favoriten völlig, der 62-Jährige griff mutmaßlich zum Messer und stach auf die fünffache Mutter ein. Die Frau hatte keinerlei Überlebenschance und starb noch an Ort und Stelle.

Tochter hatte Blut an den Händen
Vier der insgesamt fünf Kinder der Eheleute mussten den Tod der Mutter offenbar mit ansehen. Eines der Kinder, ein Mädchen, lief daraufhin auf der Suche nach Hilfe aus der Wohnung und klopfte weinend an die Tür einer Nachbarin. Farzane V. zeigte sich im Gespräch mit der „Krone“ noch schwer geschockt. Denn die 45-Jährige hatte dem verzweifelten Mädchen geöffnet. An ihrer Hand klebte das Blut der Mama. Die Spuren finden sich noch an ihrer Tür.

Sohn (17) wandte sich an Jugendhilfe
Wie berichtet, war der mutmaßliche Täter seit Februar 2019 in Wien gemeldet, die Familie hatte nach Informationen der „Krone“ zuvor in Kärnten gelebt. Dort hatte es bereits Polizeieinsätze gegeben, in Wien sei der Mann bislang polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten, hieß es. Den Behörden war die Familie allerdings bekannt. So hatte sich der 17 Jahre alte Sohn des Paares in der Vergangenheit bereits an die Jugendhilfe gewandt.

Erst Anfang dieser Woche waren die Ergebnisse einer detaillierten Analyse der zahlreichen Frauenmorde, die sich seit Ende letzten Jahres in Österreich ereignet hatten, veröffentlicht worden. Demnach handelt es sich bei Morden an Frauen zumeist um Beziehungstaten, die häufig „innerhalb derselben Community“ stattfinden. Als Tatwaffe dient meistens eine Stichwaffe, allen voran ein Küchenmesser. Die Bluttat am Mittwochabend in Favoriten ist im heurigen Jahr bereits die 33. Tötung einer Frau in Österreich.

 krone.at
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