02.12.2019 07:00 |

Live in Schladming

Dimitri Vegas & Like Mike: Das Epizentrum des EDM

Soeben wurden die Brüder Dimitri Vegas & Like Mike ein zweites Mal in ihrer Karriere zu den „DJs des Jahres“ gekürt. Ein weiterer Meilenstein in einer an Meilenstein nicht gerade armen Karriere der beiden belgischen Jetsetter, die innerhalb von wenigen Jahren mit Kompositionskunst und Kontakten den EDM-Markt erobert haben. Am 6. Dezember spielen sie beim traditionellen Ski-Opening auf der Planai in Schladming.

Was für den „Rolling Stone“ die Gitarristen und Sänger, ist für das „DJ-Mag“ der Künstler hinter den Turntables. Während im altehrwürdigen Musikmagazin meistens von Bob Dylan, Nirvana, den Beatles oder eben den Rolling Stones die Rede ist, wenn wieder einmal neue historische Bestenlisten umgeschichtet oder neu aufgesetzt werden, spricht man in der DJ-Postille meist von Dimitri Vegas & Like Mike. Seit 2014 war man in der Endstatistik im schlechtesten Fall auf Platz zwei zu finden, 2015 und 2019 konnte man den durchaus wertvollen Wettkampf sogar für sich entscheiden. Das muss man durchaus schätzen, denn wenn man als Musiker heute noch so richtig Geld verdienen und dem Hedonismus frönen will, dann mit Bässen und Beats im Rahmen von galaktisch-bunten Festivals, deren Individualität längst in den analogen Musikbereich hineinsticht. Knapp 14 Millionen Facebook-Fans, mehr als vier Millionen Instagram-Anhänger und etwa drei Millionen Twitter-Follower können unmöglich irren - die in Griechenland geborenen Belgier sind das mit Abstand erfolgreichste Brüderpaar der Welt.

Harte Schule
So ganz friktionsfrei lief der Erfolg aber nicht ab, denn nach dem „DJ-Mag“-Sieg 2015 wurde stark kritisiert, dass sich die beiden ihre Stimmen zum Erfolg gekauft hätten. Nachdem sie schon „ghostproduzierte“ Tracks auf den Markt geworfen hatten, war dies mitunter der zweite Skandal in kurzer Zeit. Für die einen gelten Dimitri Vegas & Like Mike seither als „Persona non grata“, andere wiederum liegen den Hitparadenstürmern demütig zu Füßen, was nicht zuletzt exorbitant hohe Streamingzahlen und ausverkaufte Shows quer über den Globus beweisen. Dabei war den beiden Millionären der Erfolg nicht sofort vergönnt. Bevor sie Champagner-schlürfend die schönsten Backstagebereiche der größten Venues besetzte, schliefen sie in ihrer einstigen Wahlheimat Ibiza, dem Epizentrum kommerzieller elektronischer Musik, wortwörtlich auf Kellerböden. „Es war eine harte Schule“, erklärt Like Mike der „Krone“ am Rande des Frequency-Festivals im Interview, „wir haben in kalten und nassen Kellern von Hotels übernachtet, wo wir abends aufgelegt haben. Was wir früher in Kellern geschlafen haben, schlafen wir heute in Flugzeugen über den Wolken.“

Wie im EDM-Segment üblich, jetten die beiden regelmäßig quer durch die Welt. Zwei bis drei Auftritte an einem einzigen Tage in unterschiedlichen Städten sind keine Seltenheit. Dass das Jetset-Leben und der dauernde Stress auch nachteilig sein können, weiß man allerspätestens seit dem tragischen Schicksal des schwedischen Top-DJs Avicii. Auch die Konkurrenz ist den beiden nicht immer wohlgesinnt. Während man mit dem allseits bekannten Tortenwerfer Steve Aoki in vertrauter Freundschaft immer wieder mal als „3 Are Legend“ auflegt, hat sich Branchenkollege Deadmau5 unlängst mehr als despektierlich über das Duo geäußert. Dass Dimitri Vegas & Like Mike während ihrer Sets immer wieder mit dem Publikum kommunizieren, stößt ihm sauer auf. Sie sollten gefälligst die Klappe halten, „wenn sie schon die schlechteste Musik spielen, die man sich vorstellen kann.“ Angesichts des unaufhaltsamen Erfolgs sind ihnen diverse Neidausbrüche aber mehr als egal.

Starkes Gewürz Nostalgie
Die „Kings Of Tomorrowland“, wie sie oft genannt werden, weil sie die Grenzen des Machbaren beim größten Electro-Festival der Welt immer wieder gekonnt verschieben, arbeiten aber seit Jahren mit den unterschiedlichsten Künstlern wie Wiz Khalifa, David Guetta oder Stromae zusammen und sind vor allem dafür bekannt, alte Rock- oder Popklassiker in ein massentaugliches EDM-Korsett zu packen. „Schon in meinen Frühzeiten habe ich als DJ auf Songs der 60er- und 70er-Jahre zurückgegriffen“, erklärt Dimitri Vegas, „das ist bei mir wie mit Filmen. Die Nostalgie ist ein starkes Gewürz, auf das ich gerne zurückgreife.“ Durch die Verknüpfung mit bekannten Songs erreichen die beiden auch ein breiteres Publikum als diverse Branchenkollegen. „Wir lieben es einfach, Musik zu recylcen. Wir haben immer darauf geachtet, niemals die Verbindung zu unserer Vergangenheit zu kappen, aber trotzdem zeitgemäß an der Spitze der Gegenwart zu stehen.“

Im Bruderhaus herrscht prinzipiell strikte Arbeitsteilung. Beide arbeiten für sich an Ideen und sobald man das Gefühl hat, man sollte einen Gedanken weiterverfolgen, beginnt der gemeinsame Part. „Wir sind eine gut geölte Maschine, die quasi von selbst funktioniert. Wenn wir ins Studio gehen, um an Musik zu feilen, dann befinden wir uns in einer ganz eigenen Welt. Ob etwas gut ist oder nicht, das sagen wir uns offen. Da sind wir sehr schonungslos zueinander, aber nur so entstehen gute Songs.“ Dass sich beide auch die Freiheit für Einzelarbeit geben, ist dem Gesamterfolg als Duo zuträglich. „Wichtig ist, dass wir mit unseren Songs herausstechen, denn die Leute haben unglaublich viel Auswahl, wenn es um elektronische Musik geht. Du darfst nur nicht zwanghaft irgendwelchen Trends nachlaufen. Wir sind noch lange nicht am Ziel und haben sehr viel vor.“

Live auf der Planai
In erster Linie bedeutet das, am 6. Dezember gemeinsam mit Timmy Trumpet und Lost Frequencies den Partyjüngern beim traditionellen Ski-Opening auf der Planai in Schladming einzuheizen. Karten für das Partyhighlight des ausklingenden Jahres gibt es noch unter www.oeticket.com.

Robert Fröwein
Robert Fröwein
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