12.11.2019 20:30 |

„Aufgeweckte Menschen“

Dompfarrer Faber zeigt Flüchtlingen Stephansdom

Seit sieben Jahren vergibt der Österreichische Integrationsfonds das Liese-Prokop-Stipendium an engagierte asylberechtigte Studenten. Neben der Unterstützung im Studium und beim Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt stellt auch die kulturelle und gesellschaftliche Weiterbildung einen wichtigen Teil des Programms dar. krone.at hat eine Gruppe der hauptsächlich aus Syrien stammenden Studenten begleitet, als sie gemeinsam mit Dompfarrer Toni Faber den Stephansdom erkundet haben.

„Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. Ich freue mich, dass ich Menschen, die bei uns Heimat finden, etwas von dem zeigen darf, was Wien ausmacht und was wir alle am Stephansdom lieben“, so Toni Faber. Egal ob Begräbnis mit hochprominenter Gästeschaft, wie jenes von Niki Lauda, Kindergartenfeste oder Führungen mit Menschen anderer Religionen, der Dompfarrer erfreut sich an der Vielfalt in seinem Leben.

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„Das sind sehr aufgeweckte und interessierte Menschen. Sie wissen, dass man sich durch Bildung und Studium einen guten Platz in jeder Gesellschaft sichern kann.“

Toni Faber, Dompfarrer

Asylberechtigt, aber keine Studienbeihilfe
Einer der Studenten ist Alaa Eddin Alshahel. Er ist vor vier Jahren aus Syrien nach Österreich geflüchtet und möchte hier sein Zahnmedizin-Studium fertig abschließen. „Ich musste viele Prüfungen wiederholen, alles war auf Deutsch, was am Anfang sehr hart für mich war“, so Alaa Eddin.

Das Liese-Prokop-Stipendium hat ihm dabei geholfen, Studienbeihilfe hat er als Asylberechtigter nämlich keine bekommen. „Ich mache bereits ein Praktikum bei einem Zahnarzt, mein Traum ist es aber, eines Tages meine eigene Praxis zu haben“, so der 28-Jährige, der den Stephansdom bereits von einer Besichtigung mit seiner Familie kennt.

300 Stipendien seit 2012 vergeben
Mehr als 300 Stipendien hat der Österreichische Integrationsfonds seit 2012 vergeben. „Die jungen Syrerinnen und Syrer, mit denen wir heute den Stephansdom besichtigen, studieren Allgemeinmedizin, Zahnmedizin, Architektur und Informatik“, sagt Fitore Morina. Sie leitet die Plattform „Zusammen: Österreich“ und begleitet die Studierenden im Vorstudienlehrgang, in dem sie sich gerade befinden. „Sie sind gerade noch dabei, die deutsche Sprache zu lernen, und werden dann im nächsten Semester mit ihrem Studium richtig durchstarten.“

Markus Steurer
Markus Steurer
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