Bericht und Anfrage:

Zu hohe Hürden für Patienten, die sich beschweren

Oberösterreichs Patientenvertreter Michael Wall hat nun seinen Tätigkeitsbericht für 2018 online gestellt: Interessanter Lesestoff über seltsame Lücken im Beschwerdewesen der Spitäler und manchmal sehr hohe Hürden für geschädigte Patienten. Die SPÖ hinterfragt dazu speziell das Klinikum Wels-Grieskirchen.

Die erste Auffälligkeit, die Wall anspricht, ist, dass in 79 von 120 Spitälern, Ambulatorien, Instituten über ein ganzes Jahr und teils noch länger keine einzige Beschwerde gemeldet wurde - obwohl es zugleich direkte Beschwerden aus solchen Einrichtungen bei der Patientenvertretung gab. Offenbar gibt es vor Ort oft zu hohe Hürden für Patienten oder auch ihre Angehörigen.

Ein schaler Nachgeschmack bleibt
468 eigene Beschwerdefälle aller Art hat die Patientenvertretung 2018 abgeschlossen. In 23 Fällen konnte Einigung über Schadenersatz erreicht werden. „Manchmal bleibt allerdings der schale Nachgeschmack, dass bei einer früheren bzw. gelingenden Kommunikation Irritationen von vornherein ausgeblieben wären“, so Patientenanwalt Wall.

Letzte Hoffnung Patientenentschädigungsfonds
Manchmal gebe es seitens der Träger„keine Bereitschaft, die Sache zu einer gemeinsamen Lösung zu bringen“.Zum Beispiel in jenen (wenigen) Fällen, die schließlich beim Patientenentschädigungsfonds landeten, der oft einfach die letzte Hoffnung für geschädigte Patienten ist.

Üble Leidensgeschichten von Betroffenen
Einige solcher Entschädigungs- bzw. Nichtentschädigungsfälle des Klinikums Wels-Grieskirchen hinterfragt nun SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder mittels Landtagsanfrage bei Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (ÖVP), nachdem sich Betroffene an ihn gewendet haben. Sie können üble Leidensgeschichten erzählen. Mit einer Beschwerdefrequenz von 0,09 Prozent der stationären Aufnahmen liegt das Klinikum in Walls Statistik leicht über dem Schnitt von 0,08.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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