25.10.2019 13:49 |

Mann und Frau in Haft

39 Leichen im Kühllaster: Zwei weitere Festnahmen

Im Fall der 39 in einem Kühllaster gestorbenen Chinesen gibt es weitere Festnahmen. Ein Mann und eine Frau sind in Haft. Bereits seit dem Auffinden der Toten im englischen Essex befindet sich der Fahrer des Lkw in U-Haft. Der 25-jährige Nordire steht unter Mordverdacht. Ob er tatsächlich vorher gewusst hatte, dass er Menschen transportiert, ist noch nicht klar. Schließlich hatte er den Container erst wenige Stunden vor dem schrecklichen Fund übernommen.

Wie die Polizei bekannt gab, wurden der Mann und die Frau - beide sind laut BBC 38 Jahre alt - in Warrington in Cheshire festgenommen. Ihnen würden Menschenhandel in 39 Fällen sowie Totschlag in 39 Fällen vorgeworfen, teilte die Polizei am Freitag mit. Was den Lkw-Lenker angeht, will die Polizei in den kommenden Tagen darüber entscheiden, ob der 25-Jährige angeklagt oder freigelassen wird.

„Wir haben überall Kameras, wir haben Polizisten“
Die irische Firma Global Trailer Rentals, der der Lkw gehört, gab an, das Fahrzeug am 15. Oktober ausgeliehen zu haben. Sie habe kein Wissen darüber gehabt, zu welchem Zweck das Fahrzeug verwendet werde. Der fragliche Anhänger kam am Dienstag um 14.49 Uhr in Zeebrugge an der belgischen Küste an und verließ den Hafen noch am gleichen Nachmittag. Der Vorsitzende des Ortes ging aber davon aus, dass die durchwegs chinesischen Opfer schon früher in das Fahrzeug gestiegen sind. „Wir haben ein Sicherheitssystem mit Sicherheitsmitarbeitern, wir haben überall Kameras und wir haben Polizisten in den Straßen von Zeebrugge“, sagte Dirk de Fau.

Identifizierung der Opfer wird noch dauern
Die Identifizierung der Opfer aus China werde noch dauern - ebenso die Obduktionen, die die genauen Todesursachen der Personen, die vermutlich erfroren sind, klären sollen. „Das ist die größte Ermittlung dieser Art, die die Polizei von Essex jemals durchgeführt hat, und es ist wahrscheinlich, dass es geraume Zeit dauert, bevor wir zu einem Fazit kommen“, sagte Polizeichef Ben-Julian Harrington.

Immer wieder tote Migranten in Lkw
Nach britischen Behördenangaben ist die Zahl der Migranten, die illegal in Frachtcontainern und Lkw nach Großbritannien geschmuggelt werden, im vergangenen Jahr gestiegen. Die Tragödie weckte auch Erinnerungen an ähnliche Fälle. Im Jahr 2000 waren im südenglischen Hafen von Dover in einem Lastwagen die Leichen von 58 chinesischen Migranten gefunden worden. In Österreich wurden an der A4 bei Parndorf im Jahr 2015 71 tote Flüchtlinge in einem Lkw gefunden.

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