Im August 2009 war der Angeklagte in der Lendorf-Kaserne in Klagenfurt eingerückt. Der Dienst in der Küche hatte ihm allerdings "nicht gepasst", also verschwand er im Oktober 2009 kurzerhand, um im April 2010 wieder aufzutauchen. Eigentlich habe er nicht desertieren wollen, er sei ja schließlich immer wieder freiwillig aufgetaucht, räumte der Verteidiger des Burschen ein.
Urlaub in Bangladesch statt Kaserne
Er habe zwar "irgendwie Angst" vor den Konsequenzen gehabt, aber auch gewusst, dass er die Sache einmal "durchziehen muss", meinte der junge Mann. Deshalb kehrte der 20-Jährige wieder zu seiner Truppe zurück - unter anderem nach einem Urlaub in Bangladesch. Es sollten drei weitere, mehrtägige Ausflüge folgen, der letzte begann am 18. Mai und endete nunmehr vor Richter Alfred Pasterk.
Dieser wollte wissen, warum der Bursche seit 18. Mai nicht mehr bei der Truppe gewesen war. "Das ist eine gute Frage", meinte dieser, eine konkrete Antwort hatte er aber nicht parat. "Ich wollt' die Verhandlung abwarten und schauen, was passiert." Die Belehrung des Richters, dass Desertion mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werde, ließ den Angeklagten dann allerdings blass werden.
Er will nun zur Kaserne zurückkehren und seinen Grundwehrdienst ohne Unterbrechung bis zum letzten Tag ableisten.
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