18.10.2019 11:38 |

Messe im Rathaus

Game City: Beim Spielen kommen d‘Leut zusammen!

Eltern mit ihren Kindern, Schüler, Freundesgruppen, Opas und Omas mit ihren Enkerl, junge Paare: Auf der Game City im Wiener Rathaus, Österreichs größter und einziger Messe für Computer- und Videospiele, eSports und alles drum herum, sichten Spiele-Fans an diesem Wochenende wieder die spannendsten Gaming-Neuheiten in diesem Herbst. Die Messe ist heuer nicht nur Fan-Treffpunkt, sondern angesichts der Debatten in unserem Nachbarland Deutschland auch Beweis, dass digitales Spielen längst ein Massenphänomen für Jung und Alt ist - und nicht das Hobby einer gewaltbereiten Szene, die geheimdienstlich beobachtet werden muss.

Die Debatte in Deutschland hatte Innenminister Horst Seehofer mit dem Sager ausgelöst, man müsse nach den antisemitischen Angriffen in Halle verstärkt die Gamer-Szene beobachten. Der Politiker erntete von Spielern und Industrie ebenso wie jüngeren Kollegen prompt Kritik für seine Sager. Dies zeuge „vor allem von Unkenntnis und Hilflosigkeit und lenkt von den wirklichen gesellschaftlichen und politischen Ursachen für solche Taten ab“, hieß es vom Verband der Spieleindustrie. „Nicht Games, sondern der Rechtsextremismus ist das Problem“, erklärte der Geschäftsführer des Spitzenverbands der Kulturverbände, Olaf Zimmermann.

Tatsächlich ist die Game City in Wien der beste Beweis dafür, dass Gaming ein äußerst massentaugliches Hobby ist, dem - quer durch die Gesellschaft - alle Schichten und Altersgruppen etwas abgewinnen können. Eine jüngst veröffentlichte A1-Studie zeigte gar, dass mittlerweile auch Senioren über 70 durchaus offen für das eine oder andere Computerspiel sind. Für viele sind Games ein Kulturgut, das - wie Film, Musik oder Buch auch - Geschichten zum Leben erweckt und den Nutzer für ein paar Stunden aus dem Alltag entführt. Wird auf Wettbewerbsniveau gespielt, gelten Games als Sport: Fußballvereine wie Rapid Wien halten sich eigene eSports-Kader.

Es wird für jeden etwas geboten
Auf der Game City kommt all das zusammen: Ein Kinderbereich zeigt pädagogisch sinnvolle Games für die Kleinsten, in den ehrwürdigen Rathaushallen locken Spiele aus allen Genres Gamer jeden Alters: Die Neuauflage von „Age of Empires 2“ spricht Strategen an, mit Nintendos „Ring Fit Adventure“ ist ein witziges Fitness-Game am Start, dazwischen locken verschiedenste Shooter, Jump’n’Runs, Rennspiele - und natürlich die Hardware, auf der man all das genießt. Mit der Fachtagung FROG, bei der sich Entwickler und Forscher austauschen und über Trends in der Spielebranche debattieren, hat die Messe auch einen wissenschaftlichen Aspekt. eSports ist auch ein großes Thema - mit Turnieren in „Fortnite“ oder „Rainbow Six: Siege“.

Zehntausende Gamer - junge, alte, Veteranen und Neulinge - werden heuer wieder auf der Game City erwartet. Ob die 80.000 Besucher aus dem Vorjahr, unter ihnen auch der Bürgermeister persönlich, übertroffen werden, wird sich zwar erst nach Messeschluss am Sonntag zeigen. Fix ist aber schon, dass Wien mit der Game City zeigt, dass man auch anders mit Gamern umgehen kann, als sie unter Generalverdacht zu stellen. Das Spielefest im prächtigen Rathaus demonstriert unseren Nachbarn: Gamer sind keine Bedrohung. In Wien gilt vielmehr: „Beim Spielen kommen d’Leut zam!“

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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