Suchtgift im Internet

Familie als Drogenbande - Mutter Chefin der Dealer

Einen Lieferservice der kriminellen Art hat eine Familie aus Regau im Internet feilgeboten. Chefin war eine 45-jährige Mutter, die unterstützt von Tochter (22), Sohn (17), Lebensgefährten (29) und Untermieter (28) ein vielfältiges Drogensortiment in einem verschlüsselten Chatforum online zum Verkauf offeriert hatte. Kriminalisten legten der Bande das Handwerk.

Der lukrative Online-Bestell- und Lieferservice der Familie aus Regau funktionierte offenbar ähnlich wie ein Pizza-Service. Konsumenten konnten sich täglich bis 18 Uhr in einem verschlüsselten Chatforum anmelden und ihre Drogenwünsche bekanntgeben: Marihuana, Amphetamine, Ecstasy, Kokain und Magic Mushrooms standen zum Verkauf. Das Geschäft florierte prächtig. Bis zu 4000 Euro Tagesumsatz wurden erwirtschaftet.

„Einen ähnlich professionellen Internet-Suchtgifthandel diesen Ausmaßes hatten wir noch nie“, sagt Gerhard Lenzeder, Kriminialreferent im Bezirkspolizei-Kommando Vöcklabruck.

Szene-Tipps
Hinweise aus der Szene hätten die Fahnder auf die Fährte der Bande gebracht. „Wir ermitteln seit Mitte Juni, die Gruppe selbst war seit Jänner aktiv.“
Als Haupttäterin gilt eine 45-jährige Angestellte, die ihren Sohn (17), die Tochter (22), den Lebensgefährten (29) und einen Untermieter (28) zum Abwiegen, Verpacken und Ausliefern der Drogen beigezogen hatte. Bei einer gerichtlich angeordneten Hausdurchsuchung stießen Polizisten in einem versperrten Keller auf größere Mengen Suchtgift.

Geschredderte Aufzeichnungen
Im Resteimer eines Aktenvernichters fanden die Ermittler auch geschredderte Verkaufsaufzeichnungen. „Ein junger Kollege hat die Schnipsel dann in tagelanger Kleinstarbeit zusammengesetzt“, so Lenzeder. Demnach seien Drogen im Wert von 100.000 Euro verkauft worden: „Vier Verdächtige sitzen in U-Haft, nur der Sohn wurde auf freiem Fuß angezeigt.“

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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