07.10.2019 16:02 |

„Makabere Gewalt“

Greta-Thunberg-Puppe in Rom von Brücke gehängt

Unbekannte haben in Rom eine der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg ähnelnde Puppe an einer Brücke aufgehängt. Die Staatsanwaltschaft in Italiens Hauptstadt leitete Ermittlungen wegen schwerwiegender Drohungen ein, wie italienische Medien am Montag berichteten. In den sozialen Medien kursierten Fotos von der am Geländer einer Brücke aufgehängten Puppe mit der Aufschrift „Greta is your God“ (Greta ist euer Gott). Wie die 16-jährige Klimaschutzaktivisten trug die Puppe zwei geflochtene Zöpfe.

Politikvertreter reagierten entsetzt auf die gegen Thunberg gerichtete Drohung. Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi forderte via Twitter die Bewohner zur „Solidarität“ mit Thunbergs Familie auf. Der Chef der italienischen Sozialdemokraten, Nicola Zingaretti, verurteilte die „makabere Gewalt“ der Urheben der Aktion. Diese seien „unfähig, Ideen, mit denen sie nicht übereinstimmen, zu respektieren“.

Greta Thunberg ist das Gesicht der weltweiten Jugendbewegung „Fridays for Future“, die sich für mehr Klimaschutz einsetzt. Zum Abschluss der von der jungen Schwedin initiierten Klimaschutz-Woche ging Ende September eine halbe Million Italiener auf die Straße. Thunberg ist vor allem in sozialen Netzwerken immer wieder Shitstorms ausgesetzt, weil sich besonders rechtsgerichtete Politiker oder Leugner des Klimawandels von ihren Ideen bedroht fühlen.

„Greta-Hater“ amüsieren mittlerweile das Netz
Die „Greta-Hater“, von der Facebook-Gruppe „Dogs for Friday“ als „grantige Fensterrentner des Internet“ bezeichnet, inspirierten etwa den US-Satiriker Mark Humphries zu einem Video, in dem er erklärt: „Ich bin ein weißer Mann mittleren Alters und habe ein peinliches Problem: Ich werde irrational aggressiv gegenüber einem schwedischen Mädchen, das den Planeten retten will.“ In dem Video wird schließlich eine Helpline eingeblendet, bei der sich „Erwachsene, deren Tastatur vom vielen Kommentieren auf Facebook schon heißläuft“, melden können: „Weil wir wissen ja - das eigentliche Problem am Klimawandel ist Greta.“

Fußballtrainer nach Greta-Beleidigung entlassen
Dass es durchaus auch Konsequenzen haben kann, wenn man im sich online nicht im Griff hat, erfuhr kürzlich ein italienischer Fußballtrainer. Er beschimpfte die 16-Jährige derart obszön auf Facebook, dass sich sein Verein umgehend entschied, den Jugendtrainer zu kündigen. Greta Thunberg selbst befindet sich aktuell in Kanada, wo sie auch den kanadischen Premierminister Justin Trudeau traf.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen