02.10.2019 19:00 |

Warnung an die FPÖ

Mölzer: Bloß kein neuer „politischer Messias“!

In der Brennpunkt-Diskussion am Mittwochabend drehte sich alles um die Zukunft der FPÖ. Nach der Wahlschlappe und dem Rückzug Heinz-Christian Straches aus der Politik will sich die Partei neu aufstellen. Im „Krone“-Studio bei Moderatorin Katia Wagner diskutierten diesmal folgende Gäste: Robert Lugar, Andreas Mölzer (beide FPÖ), „Krone“-Journalistin Doris Vettermann und Politikexperte Christoph Haselmayer. Warum die Spesen-Affäre eine stärkere Auswirkung als das Ibiza-Video hatte, welche Fehler die FPÖ im Wahlkampf begangen hat und warum sich Andreas Mölzer keinen weiteren „politischen Messias“ für die FPÖ wünscht, haben wir für Sie unten zusammengefasst. Die ganze Diskussion sehen Sie im Video oben.

FPÖ-Urgestein Andreas Mölzer hat schon einige Auf- und Abstiege der FPÖ miterlebt und ist sich auch diesmal sicher, dass sich die Freiheitlichen wieder erholen werden. Um das zu erreichen, empfiehlt er der Partei jedoch einen „Systemwechsel“. So dürfe die FPÖ nach Haider und Strache nicht zum dritten Mal den Fehler machen, eine einzige Person zum „politischen Messias“ zu pushen: „Das führt dann natürlich dazu, gewisse politische Grenzen zu überschreiten.“

„Gezielte Kampagne gegen die FPÖ“
Mit der Spesenaffäre hat die FPÖ außerdem „ihre Glaubwürdigkeit verloren“, diese gilt es jetzt wieder zurück zu erkämpfen. Nicht außer Acht lassen will er aber auch den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Spesenskandals kurz vor der Wahl: „Hier wurde gezielt eine Kampagne gegen die FPÖ gefahren.“ Strache hätte laut Mölzer der Partei weniger geschadet, wenn er sich noch vor der Wahl zurückgezogen hätte.

FPÖ-Werbevideos beim Wähler „nicht angekommen“
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass er jemals wieder zurückkommt“, meint „Krone“-Politikredakteurin Doris Vettermann. Sie schließt eine zukünftige politische Karriere von Heinz-Christian Strache aus, die von seiner Ehefrau Phillippa jedoch nicht: „Irgendwer wird das Geld nach Hause bringen müssen.“ Parteiintern seien viele Fehler passiert. Zum Beispiel das plötzliche Aufspringen der FPÖ auf den Klimaschutz war für Vettermann „unglaubwürdig“. Über die „extreme Anbiederung der FPÖ an die ÖVP“ durch die zahlreichen Werbevideos könne man zwar „schmunzeln“, richtig angekommen sei das bei den Wählern jedoch nicht.

Lugar warnt vor Vorverurteilung Straches
Robert Lugar hat durch die Wahlniederlage sein Mandat im Nationalrat verloren. Er will nach einem Urlaub über seine weitere Karriere nachdenken. Er warnt weiterhin vor einer Vorverurteilung Straches: „Es gibt immer noch den Grundsatz, dass wenn jemand beschuldigt wird, man erst schauen müsse, ob da wirklich was dahintersteckt.“

Bei Mietzuschuss verstehen die Wähler „keinen Spaß mehr“
„Die Ibiza-Affäre war ein Mega-Skandal, jedoch nicht für die breitere Bevölkerung“, sagt Christoph Haselmayer. Er hat die „Krone“ mit seinen Analysen die ganze Wahl über begleitet. „Wo die Menschen jedoch keinen Spaß verstehen, ist, wenn es wie ein paar Tage vor der Wahl um Mietzuschüsse, Rolex-Uhren und Gucci-Handtaschen geht. Und das bei einer vermeintlichen Arbeiterpartei“, so Haselmayer.

Sämtliche Ausgaben unseres Talk-Formats „Brennpunkt“ - immer mittwochs ab 19 Uhr auf krone.tv und hier auf krone.at sowie um 22 Uhr bei n-tv Austria - mit Moderatorin und Kolumnistin Katia Wagner zum Nachsehen sowie Highlight-Videos finden Sie unter krone.at/brennpunkt.

Markus Steurer
Markus Steurer
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