27.09.2019 08:48 |

Aufregung in Kanada

Grüne schummeln Einwegbecher von Parteichefin weg

Die Chefin der Grünen in Kanada, Elizabeth May, hat ihre Öko-Bilanz mit Photoshop aufgebessert: Sie war auf einem Foto mit einem Einwegbecher zu sehen - dieser wurde mittels Bildbearbeitung durch einen umweltfreundlichen Mehrweg-Plastikbecher ersetzt. Dafür muss sie nun jede Menge Kritik einstecken.

Mit moderner Bildbearbeitung kann weggezaubert werden, was nicht gefällt. Ein Pickel, eine zu große Nase - oder wie im Fall der Öko-Aktivistin eine kleine Umweltsünde. Ihre Partei hatte für den Wahlkampf ein Archivfoto herausgekramt. Doch ein Detail war den Parteimitarbeitern offenbar ein Dorn im Auge: So wurde aus dem Pappbecher schnell ein Mehrwegbecher mit wiederverwendbarem Strohhalm aus Metall. Das eingefügte Element ziert außerdem passenderweise das Logo der Grünen.

Doch die Schummelei fiel auf: Kanadische Medien fanden heraus, dass das Bild bereits ein Jahr zuvor veröffentlicht worden war - das Original mit Pappbecher. Erst für den Wahlkampf wurde das Foto einem grünen Facelift unterzogen. Das sorgt in sozialen Medien für Kritik.

Grünen-Chefin „komplett schockiert“
Die Grün-Politikerin versuchte sich zu rechtfertigen, nachdem der Betrug auffiel: Sie sei „komplett schockiert“ gewesen, als sie feststellte, dass das Bild manipuliert worden war. Sie habe davon nichts gewusst. Sie betonte jedoch, dass der Pappbecher kompostierbar gewesen sei - und daher keine so schlimme Umweltsünde. „Es wird Sie nicht überraschen, dass ich nie eine Plastik-Trinkwasserflasche verwende, ich trage meinen eigenen Becher, ich nehme meine eigenen Utensilien sogar in Flugzeugen mit - ich verwende nie einen Einwegartikel aus Plastik“, sagte May Reportern. „Es ist also bizarr, dass jemand der Fälschung bezichtigt wird, der nichts vortäuscht.“

Doch sie schmunzelte auch über den Skandal: „Wenn sie schon ein Bild mit Photoshop überarbeiten, warum konnten sie nicht etwas mit meinem Gesicht machen und es ein wenig jünger aussehen lassen?“, so die 65-Jährige gegenüber dem „Guardian“.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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