23.08.2019 06:52 |

War Forderung der FPÖ

ÖVP will Kopftuchverbot jetzt auch für Lehrerinnen

Die ÖVP streckt ihre Fühler derzeit nach allen möglichen Koalitionspartnern aus. Erst vor wenigen Tagen erging in Sachen Lehre für Migranten ein eindeutiges Angebot an die Grünen, jetzt übernehmen die Türkisen eine Forderung der FPÖ. Künftig solle das Kopftuchverbot in Schulen auch für Lehrerinnen gelten.

Die türkis-blaue Koalition hat das Kopftuchverbot in Kindergärten und Volksschulen fixiert. Die FPÖ wollte damals schon einen Schritt weitergehen. Jetzt legt die ÖVP in ihrem Wahlprogramm genau jene Forderung der Freiheitlichen nach einem Kopftuchverbot für Lehrerinnen vor.

„Ein deutlich sichtbares demonstratives Symbol“
Ein Kopftuch sei ein deutlich sichtbares demonstratives Symbol, das Schüler politisch beeinflussen könne, so die ÖVP. Denn wenn Lehrerinnen Kopftuch tragen, würden sie „implizit die Neutralität des Staates untergraben und ein Gesellschaftssystem propagieren, in dem die Frau nicht dieselbe Stellung hat wie in unserer westlichen, aufgeklärten Gesellschaft“, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Papier.

Und auch für Mädchen in der Unterstufe soll das Verbot gelten. Denn erst mit 14 Jahren seien die Mädchen religionsmündig und könnten selbst entscheiden.

Schulbücher auf problematische Inhalte prüfen, Ethikunterricht
Weiters will die ÖVP islamische Schulbücher auf problematische Inhalte und Tendenzen überprüfen - die Unterrichtsmaterialien unterliegen derzeit keiner staatlichen Kontrolle. Die Schulaufsicht soll den Religionsunterricht genauer unter die Lupe nehmen. Und der Ethikunterricht für jene Schüler, die keinen Religionsunterricht besuchen, soll, so will es die ÖVP, rasch umgesetzt werden.

Bald Fall für den Verfassungsgerichtshof?
Die geplatzte türkis-blaue Regierung hat bereits zwei Kopftuch-Verbote eingeführt: Im November 2018 wurde es für Kindergartenkinder, im Mai 2019 für Volksschülerinnen beschlossen. Da in den Schulen die jüdische Kippa und die Patka der Sikhs ausgenommen wurden, wurde von vielen Seiten Diskriminierung beklagt. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat angekündigt, das nur von ÖVP und FPÖ mitgetragene Gesetz vor den Verfassungsgerichtshof zu bringen.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung/krone.at

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