21.08.2019 14:29 |

25 Zentimeter pro Jahr

Indonesiens Hauptstadt Jakarta versinkt im Meer

Jakarta steht praktisch vor dem Untergang. Rund ein Drittel von Indonesiens Hauptstadt könnte bis 2050 vom Meer verschlungen werden. Verantwortlich dafür sind das Absinken des Grundwasserspiegels, die starke Bebauung und der durch den Klimawandel verursachte Anstieg des Meeresspiegels. Schon heute sind viele Gebiete der Megacity nicht mehr bewohnbar.

Bis zu 25 Zentimeter pro Jahr sackt die Millionenmetropole ab. Ursache dafür sind vor allem die unkontrollierte Entnahme von Grundwasser und das damit verbundenen Absinken des Grundwasserspiegels. Durch Neubauten und Wolkenkratzer wurde der Boden immer mehr verdichtet, was die Absenkung des Grundwasserpegels weiter beschleunigt. Hinzu kommen der Klimawandel und das damit verbundene Ansteigen des Meeresspiegels.

Mittlerweile befinden sich bereits 40 Prozent der Fläche der Megacity unterhalb des Meeresspiegels. „1981 war der Bereich mit Wasser hier noch Land, wenn auch Feuchtland. Bei Flut wurde es vielleicht überspült, aber nur ein bisschen. Im Lauf der Jahre ist der Wasserpegel immer weiter angestiegen“, sagt Rasdi (Bild unten), der in Jakarta lebt. Schon jetzt liegen einige Bereiche der Stadt vier Meter unter dem Meeresspiegel. Eine Mauer an der Küste soll das Wasser zurückhalten - doch sie ist nicht überall dicht.

Hauptstadt soll nach Borneo verlegt werden
Der Untergang der Stadt scheint nicht aufzuhalten zu sein. Erst Ende April hat Indonesiens Präsident Joko Widodo angekündigt, dass er wegen der massiven Bevölkerungsdichte auf der Hauptinsel Java den Sitz der Hauptstadt verlegen wolle. Eine neue Hauptstadt sei zwar noch nicht ausgewählt worden, sagte sein Planungsminister, die Regierung habe aber den Osten des ausgedehnten Inselstaates im Pazifik im Blick.

Laut „Sky News“ gilt Palangka Raya auf der Insel Borneo als Favorit. Der Großraum um diese Stadt ist größer als bei Jakarta, es leben dort derzeit nur etwa eine Viertelmillion Menschen. Zum Vergleich: In Jakarta leben offiziell zehn Millionen Menschen, in der umliegenden Metropolregion sind es rund dreimal so viele.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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