Voller Lohn im Sommer:

Aufregung um Lehrerinnen, die Karenz-Ferien machen

Aus Salzburg (siehe Bericht hier) schwappt Aufregung um Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Babykarenz ausgerechnet in den Sommerferien - voll bezahlt - unterbrechen, nach Oberösterreich. Die Rede ist von etwa hundert Fällen, die diese gesetzliche Möglichkeit ausnutzen. LH-Vize Christine Haberlander (ÖVP) rügt diese Praxis aber.

Die Karenz-Mindestdauer wurde am 1. 1. 2010 von drei auf zwei Monate gesenkt. Seither können Lehrer und Lehrerinnen ihre Karenz im Juli und August unterbrechen. Der/die Partner/in beziehtdann das Kinderbetreuungsgeld und sie selbstwährend der unterrichtsfreien Zeit volles Gehalt.

Kritik begann mit den NEOS
Das ist zwar bei allen Lehrkräften in den Ferien so, es aber extra darauf anzulegen, kommt bei Kritikern nicht gut rüber. Und die gibt es in der Politik reichlich, ursprünglich bei den NEOS, die diese Sachlage aufdeckten und anprangern.

Haberlander rügt „falschen Eindruck“
So wie ihre Salzburger ÖVP-Kollegin, Bildungslandesrätin Maria Hutter (übrigens eine Mühlviertlerin), sieht auch LH-Vize Christine Haberlander, diese - rechtlich gedeckte - Vorgehensweise kritisch: „Diese Vorgehensweise ist rechtlich gedeckt. Dennoch halte ich es für bedenklich, wenn dies offensichtlich gängige Praxis ist. Damit entsteht bei der Bevölkerung ein völlig falscher Eindruck all jenen Lehrerinnen und Lehrern gegenüber, die diese Möglichkeit nicht wahrnehmen. Ich bin offen dafür, diese Regelung zur Diskussion zu stellen“, lautet ihre Reaktion.

Etwa 100 Pflichtschullehrer-Fälle im Land
In Oberösterreich haben von 700 Pflichtschullehrerinnen, die in Mutterschaftskarenz sind, 100 die Karenz in den Großen Ferien unterbrochen, schätztman in derBildungsdirektion in Linz: „Das ist ein Rechtsanspruch nach §15 Mutterschutzgesetz. Wir müssen als Dienstgeber das vollziehen, das ist halt so. Da sind uns die Hände gebunden“, sagt Hofrat Andreas Zeisel, der Leiter der Abteilung Personal Pflichtschulen. Über seine persönliche Meinung dazu möchte er nichts kundtun.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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