09.08.2019 15:55 |

Entführung befürchtet

Schülerin aus Resort im Dschungel verschwunden

Große Sorge um eine 15-jährige Schülerin aus London. Seit Tagen wird das Mädchen im Dschungel von Malaysia vermisst. Es war am Samstag zusammen mit den Eltern - einer Irin und einem Franzosen - im Naturresort „The Dusun“ im bergigen Hinterland von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur angekommen, um dort zwei Wochen Urlaub zu machen. Am Sonntagmorgen standen die Fenster von Nora Quoirins Zimmer weit offen. Von dem Mädchen fehlte jede Spur. Über 200 Helfer suchen derzeit im Dschungel nach der vermissten Touristin (siehe Video oben).

Die Spurensicherung nahm Fingerabdrücke in der Ferienanlage, Ermittler suchen nach möglichen Zeugen.

„Müssen sie so schnell wie möglich finden“
Inzwischen ist die Sorge groß, dass Nora nicht mehr heil zurückkehrt. Der zuständige Polizeichef Mohamad Mat Yusop sagte der malaysischen Tageszeitung „The Star“: „Wir müssen das Opfer so schnell wie möglich finden.“ Auch kräftige Menschen wären nach fünf Tagen im Dschungel geschwächt.

Nora ist laut ihren Eltern lernbehindert und in der Entwicklung leicht zurückgeblieben. Schon im alltäglichen Leben ist die 15-Jährige auf Hilfe angewiesen. Sie würde ihre Familie nie freiwillig verlassen, glauben ihre Eltern.

Stimmaufnahmen von Mutter schallen durch den Dschungel
Aktuell suchen Helikopter, Drohnen und mehr als 200 Helfer nach Spuren. Immer wieder behindern dichter Nebel und starke Regengüsse die Retter. Trupps beschallen den Dschungel mit Stimmaufnahmen von Noras Mutter: „Nora, Liebling, ich liebe dich, hier ist Mama“, klingt es durch das Grün.

Möglicherweise verstecke sich Nora verängstigt hinter Felsen oder Bäumen, glauben die Retter. Sie nehmen an, dass die Schülerin geschwächt und erschöpft ist, hoffen aber, dass sie sauberes Trinkwasser gefunden und das Bewusstsein noch nicht verloren hat.

Am Donnerstag meldeten die Helfer laut der malaysischen Zeitung „New Straits Times“, Hunde hätten Fußabdrücke von Nora gefunden. Eine genauere Suche an der Stelle brachte aber keine weiteren Hinweise.

„Es ist für alle extrem traumatisierend“
Auch die Familie hat sich schon zu Wort gemeldet. Noras Tante sagte: „Es ist für alle extrem traumatisierend. Aber wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben. Ich bitte alle, Nora in ihren Gedanken zu behalten und die laufende Suche zu unterstützen. Nora ist sehr verletzlich, wir müssen alles tun, um sie nach Hause zu bringen.“

Der Fall weckt Erinnerungen an das Verschwinden eines britischen Mädchens aus einer Ferienanlage in Portugal im Mai 2007. Von Maddie (Madeleine) McCann, die damals erst drei Jahre alt war, fehlt seither jede Spur. Inzwischen müsste sie 15 sein.

 krone.at
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