09.08.2019 07:14 |

Bei Besuch in El Paso

Massaker-Opfer verweigerten Treffen mit Trump

Während eines Besuch des US-Präsidenten in der Grenzstadt El Paso haben sich Überlebende des grauenhaften Massakers am vergangenen Wochenende geweigert, Donald Trump zu treffen. Wohl zu Recht, denn das Staatsoberhaupt missbrauchte den Termin prompt für Wahlkampfzwecke: Er prahlte schamlos mit der Zuschauerzahl bei einem seiner vergangenen Auftritte. Hunderte Menschen protestierten inzwischen in einem Park gegen das Staatsoberhaupt: „Trump ist verantwortlich und ein Teil des Problems“, erklärte einer der Demonstranten.

Die Visite des Präsidenten nach dem rassistischen Hassverbrechen nahe einem Supermarkt mit 22 Toten kam nicht bei allen gut an. Im University Medical Center wurden zu diesem Zeitpunkt noch acht Patienten behandelt - wie lokale Medien berichteten, weigerten sich davon alle, Trump zu treffen. Drei hätten sich demnach noch in einem zu kritischen Zustand befunden oder kein Englisch gesprochen, die anderen hätten aus persönlichen Gründen abgelehnt. So besuchte der Präsident lediglich das Krankenhauspersonal, dessen Einsatz er lobte, und zwei bereits entlassene Patienten.

Trump gab mit „ganz schöner Menge“ an Zuschauern an 
Aus dem Termin machte er jedoch auch gleich eine Wahlkampfveranstaltung, wie der Sender KFOX14 in einem Video zeigte: Darin wechselt Trump das Thema und spricht über ein Event im Februar in El Paso - und prahlte damit, dort habe es eine „ganz schöne Menge“ an Zuschauern gegeben. Vor dem Veranstaltungsort hätten sich sogar „doppelt so viele“ Menschen versammelt.

Politischen Gegner als „verrückt“ bezeichnet
An einer Gegenveranstaltung des „verrückten“ demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Beto O‘Rourke dagegen, der aus El Paso kommt, hätten gerade einmal 400 Menschen teilgenommen, behauptete Trump. Sein diffamierter Gegner gilt als scharfer Kritiker des Präsidenten. Trump musste sich nach seinem nunmehrigen Auftritt den Vorwurf gefallen lassen, sich bei dem Termin nur selbst in Szene gesetzt zu haben.

Demonstranten werfen Trump Rassismus vor
Hunderte Kritiker versammelten sich während des Besuchs des Präsidenten im Washington Park in der vom Massaker tief erschütterten Stadt. Mit Bannern und Parolen zeigten sie ihre Missbilligung für die Politik Trumps - siehe Video oben.

„Trump kommt, um uns heute hier zu sagen, dass die Gewalt auf Videospiele ... zurückzuführen ist. Lassen Sie mich das klar und deutlich sagen: Trump ist verantwortlich und er ist Teil des Problems“, erklärte der Gemeindevorsitzende Alejandro Vargas der Menge. Auch ein Überlebender sprach auf der Bühne: „Ich habe den Hass und Rassismus in dieser Stadt satt“, meinte er.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

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