07.08.2019 17:01 |

Überfordert, depressiv

Landwirt ließ 15 Schafe verenden: Geldstrafe

Familiäre Probleme, Hilflosigkeit und Depression - diese Gründe hat ein 66 Jahre alter Vorarlberger am Mittwoch vor Gericht angeführt, nachdem er zwischen Februar und April dieses Jahres insgesamt 15 seiner Schafe verenden ließ. Die kranken Tiere hatte der Mann zunächst noch selbst zu therapieren versucht, jedoch erfolglos. Später habe die Scham überwogen, weshalb er auch keinen Tierarzt kommen ließ. Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Eigentlich war der Landwirt in früheren Zeiten sehr engagiert, was Natur- und Tierschutz betrifft. Auch war er kein Neuling in der Schafhaltung, sondern züchtete bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten. In den letzten Jahren jedoch soll die Alkoholsucht seiner Ehefrau immer extremere Formen angenommen haben, die familiären Probleme sollten sich dadurch verschärfen, erklärte er am Mittwoch vor Gericht. In zunehmendem Maße fühlte sich der 66-Jährige überfordert, fühlte sich hilflos und versank in Depressionen.

Schafe starben, Schamgefühl stieg
Im Februar erkrankten dann zwei Schafe seiner Herde, zunächst versuchte der Mann deren Symptome noch mit einem „Verdauungsöl“ zu bekämpfen. Da er jedoch keinen Tierarzt konsultierte, wusste er gar nicht, woran die Schafe erkrankt waren. In der Folge starb ein Schaf nach dem anderen, die Scham des Landwirts wurde immer größer, sodass er sich erst recht nicht mehr traute einen Tierarzt zu alarmieren. Auch wuchs in ihm die Angst, dass man ihm sämtliche Tiere wegnehmen würde.

Der Landwirt wurde vom Gericht schlussendlich zu einer teilbedingten Geldstrafe von 3300 Euro verurteilt, auch darf er künftig keine Schafe mehr halten. Der Verurteilte zeigte sich auch einsichtig: Dass er bestraft werden, finde er gerecht, erklärte er vor Gericht. Er akzeptierte das Urteil, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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