31.07.2019 06:20 |

Keine Drogen im Blut

Tod eines Mädchens (16) wird Fall für die Justiz

Als die 16-jährige Serena vor fast einem Jahr in einer sozialen Einrichtung starb, wurde der Fall als Drogentod abgetan. Mittlerweile gibt es aber Gutachten, die belegen, dass Serena „clean“ und an Erbrochenem erstickt war. Die Staatsanwaltschaft prüft daher intensiv, ob Serenas Sterben nicht zu verhindern gewesen wäre.

Serena hatte vor ihrem Tod ein Martyrium hinter sich: Trennung der Eltern, massive Probleme, Obsorgestreitigkeiten über mehrere Bundesländer hinweg. „Dann wollte sie zu mir kommen“, schildert der Vater, der in Kärnten lebt. Als „Kompromisslösung“ sollte die 16-Jährige vorerst in einer betreuten Wohngemeinschaft bleiben, auch, um professionelle Hilfe zu erhalten. Sie galt als suizidgefährdet, hätte engmaschig betreut werden müssen.

Tot im Bett gefunden
Im August des Vorjahres wurde das Mädchen tot im Bett gefunden. Serena galt zunächst als eine von (zu) vielen Kärntner Drogentoten. Doch nun liegen zwei Gutachten vor, nach denen Serena keine Drogen genommen hatte, sondern einen unglücklichen Medikamentenmix – etwa Mittel gegen Rückenschmerzen, die sie sich selbst im Internet bestellt hatte.

Todeskampf blieb unbemerkt
Der Medikamenten-Cocktail an sich wäre nicht tödlich gewesen, sie erbrach ihn. Doch das Mädchen erstickte am Erbrochenen. Solch ein Todeskampf kann dauern. Unklar ist, warum niemand in der WG etwas davon bemerkt hatte, zumal Serena eigentlich nicht in ihrem Zimmer schlafen sollte, sondern in einem Kurs hätte sitzen müssen.

„Wir überprüfen nochmals den genauen Todeszeitpunkt“, erklärt Markus Kitz von der Staatsanwaltschaft. „Es steht zumindest der Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung im Raum.“ Die Entscheidung über Anklage oder Einstellung steht demnächst bevor.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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