30.07.2019 16:46 |

Konflikt in Golfregion

USA bitten Deutschland bei Hormus-Mission um Hilfe

Die Lage im Persischen Golf ist weiter angespannt. Daher haben die USA nun Deutschland förmlich darum gebeten, sich an der Sicherung des Handelsverkehrs durch die Straße von Hormus zu beteiligen. Auf diese Weise wolle man die Sicherheit von Schiffen in der Golfregion gewährleisten.

„Wir haben Deutschland förmlich gefragt, zusammen mit Frankreich und Großbritannien bei der Sicherung der Straße von Hormus mitzuhelfen und iranische Aggression zu bekämpfen“, teilte eine Sprecherin der US-Botschaft am Dienstag mit. „Mitglieder der Bundesregierung haben klar gesagt, dass die Freiheit der Seefahrt geschützt werden sollte. Unsere Frage ist, von wem?“

Verteidigungsministerium: „Alle Punkte abwägen“
Die deutsche Regierung hatte bisher erklärt, dass ihr noch keine Anfrage von Verbündeten zur Beteiligung an einer Militärmission zum Schutz der Handelsschiffe in der Straße von Hormus vorliege. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer meinte, jede Anfrage müsse „aus der ganz konkreten Situation und unter Abwägung aller Punkte“ beantwortet werden. „Wir können darüber erst reden und entscheiden, wenn wir wissen, was genau geplant ist.“

Wie ein Militäreinsatz aussehen könnte, ist bisher allerdings unklar. Die Optionen reichen von einem Beobachtungseinsatz bis hin zur Eskorte von Öltankern durch Kriegsschiffe.

Vorbehalte gegen Trumps Politik des „maximalen Drucks“
In der Berliner Regierungskoalition gibt es jedenfalls starke Vorbehalte gegenüber einer deutschen Beteiligung - vor allem bei den Sozialdemokraten. Deutschland will sich von US-Präsident Donald Trumps Politik des „maximalen Drucks“ auf den Iran abgrenzen. Eine Mission gemeinsam mit den USA gilt deshalb als problematisch. Es gibt Befürchtungen, in einen bewaffneten Konflikt zwischen den USA und dem Iran gezogen zu werden.

Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Christopher Burger, hatte am Montag gesagt: „Unser Interesse ist, dass unser Engagement in der Region ein europäisches Gesicht hat und dass deutlich wird, dass wir uns als Europäer nicht an einer amerikanischen Strategie des maximalen Drucks gegenüber dem Iran beteiligen.“

Großbritannien hatte nach der Festsetzung eines britischen Tankers durch den Iran in der Straße von Hormus vor gut einer Woche eine rein europäische Mission angeregt. Das war aber noch vor dem Amtsantritt des neuen Premierministers Boris Johnson gewesen. Die neu formierte britische Regierung strebt nun einen europäisch geführten Ansatz unterstützt von den USA an.

Bilden Iran und Emirate ebenfalls maritime Sicherheitsallianz?
Offenbar ist die iranische Führung auch auf der Suche nach einer Koalition zum Schutz der Seefahrtwege in der Golfregion. Denn erstmals seit 2013 hat eine Delegation der Küstenwache der Vereinigten Arabischen Emirate den Iran besucht. Iranische Staatsmedien berichteten, der Besuch der siebenköpfigen Delegation diene der Wiederbelebung der Gespräche zwischen den Emiraten und dem Iran über maritime Sicherheit.

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