24.07.2019 00:52 |

Ein Bergtraum

Matterhorn: Der Berg ruft!

Das Matterhorn ist für viele der schönste Berg der Welt und gleichzeitig der Arbeitsplatz von Tobias Freiberger. Der Lesachtaler erfüllt dort seinen Kunden oftmals einen lebenslangen Bergtraum. 

Das 4478 Meter hohe Matterhorn thront hoch über dem Schweizer Zermatt, wo sich alles rund um den Berg dreht. „Auf jeder Schoko, in jedem Lokal und auf jedem Poster im Ort ist das Matterhorn zu sehen“, weiß Bergführer Tobias Freiberger aus Maria Luggau, der mittlerweile in Lienz lebt und im Bann des Matterhorns gefangen ist: „Ich habe zuerst auf den Großglockner geführt, aber in den Westalpen ist es nochmals etwas ganz anderes, und jeder Bergsteiger sollte einmal auf dem Matterhorn gestanden sein.“

„Meine erste Tour am Matterhorn war eine Führungstour, und es war gar nicht so leicht, den Weg zu finden. Ich hatte viel Respekt vorm Berg und mich an einen alten Schweizer Bergführer gehalten. Alles klappte bestens.“ Inzwischen verbringt der 42-Jährige heuer seinen achten Sommer in Zermatt. „Heute ist der Weg hinauf über Hörnligrat, Zmuttgrat, Furggengrat oder Liongrat für mich nicht mehr das Thema. Die Herausforderung ist es, die vielen Amerikaner, Japaner und Chinesen hinaufzubringen, die zwar alle sehr sportlich sind, aber eben keine Bergsteiger.“

Für Tobias hat der Berg viele Gesichter, und es gibt lediglich 30 Tage pro Saison, an denen die markante Felsnadel bestiegen werden kann. „Die beste Zeit ist zwischen Juli und Mitte September. Ist das Wetter gut, dann ist der September zu bevorzugen, weil einfach weniger los ist.“

80 Mal ist Tobias bisher mit Kunden auf dem Matterhorn gestanden. „Nur sechsmal musste ich umdrehen.“ Der Lesachtaler möchte seinen Landsleuten den schönsten Berg der Welt näher bringen. „Ich treffe immer wieder Kärntner und Osttiroler, die mit Schweizer Bergführern unterwegs sind. Für mich wäre es lässig, mit meinen Landleuten den Berg zu machen.“

Mittlerweile wird der Lesachtaler auch von den Schweizern akzeptiert: „Als Österreicher versteht man sich mit den Schweizern noch am besten, weil wir eine ähnliche Mentalität haben. Ein Einheimischer wird man in der Schweiz dennoch nie, aber man wird akzeptiert.“ Denn Tobias will auch in Zukunft weiterhin als Bergführer in den Westalpen aktiv sein. 

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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