Hausrecht statt Gesetz

„Bei uns muss wirklich jeder Fahrstunden machen“

Nach der Wahnsinnsfahrt eines afghanischen Fahrschülers (33) in Freistadt forderten WKOÖ-Fachvertreter eine gesetzliche Verpflichtung für Ausländer, die Führerscheine umschreiben lassen, unbedingt auch Fahrstunden zu nehmen. „Fairdrive“-Chef Manfred Schüttengruber (59) ist gegen eine zusätzliche Regelung und erklärt, warum. 

„Krone“: Warum sind Sie gegen ein Gesetz, das Ausländer verpflichtet, Fahrstunden zu nehmen, wenn sie Führerscheine umschreiben lassen?
Manfred Schüttengruber: Weil es eh’ schon genug Gesetze gibt und es ein weiteres dazu gar nicht braucht.

„Krone“: Wie meinen Sie das genau?
Schüttengruber: Dafür genügt doch das Hausrecht und ein gesunder Menschenverstand. Bei unseren Fahrschulen in Linz und Leonding verlange ich aus Qualitätsgründen von jedem, der sich einen ausländischen Führerschein umschreiben lassen will, dass er zuvor bei uns drei Theorie- und sechs Fahreinheiten absolviert. Nur so kann ich abschätzen, ob er eine Chance hat, die Fahrprüfung zu bestehen. Wird das von ihm abgelehnt, muss er sich eine andere Fahrschule suchen.

„Krone“: Sie verlangen genauso auch von Österreichern, die mehr als 18 Monate keinen Führerschein mehr hatten, wieder Fahrstunden zu nehmen.
Schüttengruber: Rein aus Sicherheitsüberlegungen ist das sinnvoll. Ich lasse deshalb auch bei praktischen Prüfungen nicht zu, dass diese in einem Privatauto und nicht im Fahrschulauto absolviert werden.

„Krone“: Stößt das auf viel Unmut?
Schüttengruber: Nein, die Leute akzeptieren das. Wir haben etwa 400 Prüflinge pro Jahr. Bisher hat es nur zwei gegeben, die unsere Qualitätskriterien nicht akzeptieren wollten.

Interview: Jürgen Pachner

Jürgen Pachner
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