18.07.2019 17:51 |

Köstinger teilt aus:

„Ohne Grüne im Parlament ist viel weitergegangen“

Umwelt- und Klimafragen haben es an die Spitze des Nationalratswahlkampfes geschafft. Auch die ÖVP, die laut aktuellen Umfragen als Sieger bei dieser Wahl hervorgehen wird, zieht beim Klimathema mit. Aber wie glaubwürdig ist der plötzliche Kurswechsel der Volkspartei und welche klimapolitischen Ziele streben die Türkisen für die Zukunft an? Diese Fragen beantwortet die ehemalige Nachhaltigkeitsministerin und ÖVP-Abgeordnete Elisabeth Köstinger im krone.at-Talk mit Gerhard Koller. Darin verteidigt sie ihre Klimapolitik und wehrt sich gegen jüngste Angriffe seitens der Grünen: „Ohne die Grünen im Parlament ist in diesem Bereich viel weitergegangen“, so die Ex-Ministerin. Das komplette Interview sehen Sie oben.

„Klimaschutz ist vor allem auch der Umbau unseres Energiesystems, wir haben nach wie vor zu viele fossile Energieträger wie Öl und Gas in unserem System“, so Köstinger. Ihr Ziel ist es, Strom in Zukunft zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Dies sei auch bereits im letzten Regierungsprogramm verankert gewesen.

Dass die ÖVP die letzten Jahre zu wenig für den Klimaschutz getan hat, lässt die Ex-Ministerin nicht gelten: “Speziell in den Jahren 2015, 2016 und 2017 sind die Treibhausgasemissionen in Österreich wieder gestiegen, wir haben aber sofort begonnen, Maßnahmen umzusetzen - beispielsweise der Bonus von 5000 Euro beim Tausch einer alten Ölheizung gegen ein erneuerbares Energiesystem.“

Köstinger teilt gegen die Grünen aus
Anders als bei den Grünen-Kollegen, die immer auf „Verzicht und Entbehrung“ in Sachen Klimaschutz pochten und mit dem „moralischen Zeigefinger durchs Land laufen“, ist für die Ex-Umweltministerin das Thema eine Möglichkeit für Innovation und um Arbeitsplätze zu schaffen. „Wir haben ganz großartige Unternehmen im Umwelttechnologiebereich.“ Auch die Autos müssen kein Feindbild sein, vor allem, wenn man darauf angewiesen ist. Seit dem Abtritt der Grünen aus dem Parlament sei für Köstinger klimatechnisch „viel weitergegangen“. Als Beispiele nennt Köstinger die türkis-blaue „Mission 2030“.

“Hauptanwender von Glyphosat sind die Bundesbahnen“
Auch beim umstrittenen Pestizid Glyphosat, das krebserregend sein soll, ist ein Verbot nicht so einfach. „Der Hauptanwender von Glyphosat in Österreich sind die Bundesbahnen, um die Gleise von Unkraut zu befreien.“ Problematisch seinen importierte Lebensmittel. Als Beispiel nennt Köstinger das Bier: „Wenn bei der Bier-Herstellung ausländische Braugerste verwendet wird, wo die Bauern zum Teil Glyphosat in der Produktion anwenden, und wir verbieten das Pflanzengift, ist das schon absurd.“

Köstinger sieht Wasserstoff als Zukunft 
Apropos Import: Die Ratifizierung des südamerikanischen Handelsabkommen Mercosur winkt vonseiten der ÖVP ein Nein entgegen: „Es muss ganz klare rote Linien vor allem für den Agrarbereich geben.“ Was Energie betrifft, will ÖVP-Chef Sebastian Kurz 500 Millionen Euro in Wasserstoff investiert haben. „Wir setzen auf erneubaren Wasserstoff, weil Österreich damit die Chance hat, an die Weltspitze und vor allem an die Spitze von Europa zu kommen.“

„Die großen Emissionen passieren nicht in Österreich"
Für Köstinger müssten Schwellenländer wie Amerika und China bei einer Klimaschutzinitiative mit an Bord sein, sonst würden bemerkbare Verbesserungen schwierig  werden. Denn die wirklich großen Emissionen würden nicht in Österreich passieren. Köstinger fordert daher „eine einheitliche Kerosinsteuer, am besten international, aber zumindest europäisch und eine Besteuerung der Schiffsfahrt, egal ob Container- oder Kreuzfahrtschiff“. 

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