Futterwiesen bedroht:

Kampf gegen die Engerlinge kostet Landwirten viel

Zuerst Borkenkäfer, jetzt Engerlinge. Die Klimaerwärmung bekommen unsere Landwirte schon massiv zu spüren. Rund 25.000 Hektar Wiesen sind in Oberösterreich durch die Engerling-Plage kaputt. „Eine Steppe“, sagt  Landwirtin Sonja Zoitl aus Schwarzenberg.

„Heuer ist es extrem“, meint Sonja Zoitl zur „Krone“. Sie ist Bäuerin im Nebenerwerb in der Gemeinde Schwarzenberg. „Wir ziehen Kalbinnen und machen Heu als Winterfutter.“ Doch die Wiese ist „eine Steppe“, sagt sie. Die Grasnarbe haben die Engerlinge gefressen, bis zu 400 pro Quadratmeter können es sein. Erwärmung und Trockenheit sind die Auslöser. „Wir hatten im Vorjahr diese Hitze und heuer auch nur wenig Niederschlag“, berichtet Zoitl.

Schäden im ganzen Land
Der Bezirk Rohrbach ist extrem betroffen: „Rund 10.000 Hektar schätzungsweise im Mühlviertel, rund 25.000 in ganz Oberösterreich“, sagt Michaela Langer-Weninger, Präsidentin derLandwirtschaftskammer - siehe auch im Interview. Und Zoitl: „Wir wollen schon gegen die Engerlinge vorgehen, es ist aber viel Arbeit und kostet Geld.“ Neben dem Mühlviertel sind auch der Bezirk Gmunden und Wiesen in der Region St. Wolfgang stärker als sonst betroffen. 

„Derzeit gibt es keinen finanziellen Ausgleich“, sagt Michaela Langer-Weninger, die Präsidentin der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Krone“: Wie bekommen unsere Landwirte die Klimaveränderung zu spüren?
Michaela Langer-Weninger: Sie ist für uns das stärkste Thema: Längere Vegetationszyklen, mehr Wetterextreme.

„Krone“: Die Engerlinge?
Michaela Langer-Weninger: Sie setzen den Landwirten zu. Wir kennen das Problem seit Jahren, aufgrund der Trockenheit im Vorjahr haben wir heuer eine extreme Plage.

„Krone“: Wie bringt man die Maikäferlarven weg?
Michaela Langer-Weninger: Eine chemische Bekämpfung ist wirkungslos. Es hilft nur die Bearbeitung mit der Kreiselegge, die die Engerlinge mechanisch zerstört, ein Pflanzenhilfsmittel und das Grünland muss neu angelegt werden. Auf der Website der Landwirtschaftskammer gibt es dazu Infos.

„Krone“: Viele wünschen sich finanzielle Unterstützung, denn die Bearbeitung des Bodens und neue Grassamen - das kostet!
Michaela Langer-Weninger: Ein finanzieller Ausgleich ist schwierig, es gibt momentan nichts. Ich rate daher den Ortsgruppen, dass sie sich selbst organisieren und gemeinsam vorgehen. Wenn der Maschinenring gleich mehrere Flächen in einem mit der Kreiselegge bearbeitet, kommt das dem Einzelnen günstiger.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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