Bei einfachen Organismen kann demnach eine geringere Kalorienzufuhr die Lebenspanne um das Doppelte bis Dreifache verlängern. Dass dies auch die Lebenserwartung des Menschen ausdehnt, ist zwar nicht gesichert. Aber die Forscher gehen unter Verweis auf Tierstudien zumindest davon aus, dass man im Alter länger gesund bleibt.
"Derzeit liegt die mittlere Lebensdauer in westlichen Ländern etwa bei 80 Jahren, aber zu viele Leute sind nur bis zum Alter von 50 Jahren gesund", sagt Studienautor Luigi Fontana aus St. Louis. "Wir wollen die Entdeckungen dazu nutzen, die Kluft von 30 Jahren zwischen Lebensspanne und Gesundheitsspanne zu schließen. Allerdings könnte mit der Verlängerung der gesunden Lebenszeit auch die durchschnittliche Lebenserwartung auf bis zu 100 Jahre steigen."
Zur Begründung verweist Fontana auf Tierstudien. "Bei Kalorienrestriktion sterben rund 30 Prozent der Tiere in fortgeschrittenem Alter ohne gewöhnliche Alterserkrankungen", betont er. "Die Gesundheitsspanne entspricht der Lebensspanne. Sie sterben zwar auch am Ende, aber sie werden nicht krank." Bei normaler Diät entwickeln dagegen dem Altersforscher zufolge 94 Prozent der Tiere chronische Erkrankungen wie etwa Krebs oder Herzleiden.
Libido leidet unter geringerer Kalorienzufuhr
Magerkost mag möglicherweise auch beim Menschen Gesundheit und sogar die Lebensdauer ausdehnen. Sie bringt allerdings auch weniger erstrebenswerte Nebeneffekte mit sich, wie Fontana selbst einräumt. Wer ständig wenig isst, neigt demnach bei kühlen Temperaturen eher zum Frösteln. Zudem sinken bei Kalorienrestriktion im Körper die Werte des Sexualhormons Testosteron. Darunter leide dann die Libido.
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