03.07.2019 21:17 |

Jetzt Mittwoch-Gebete

Nach Absetzung: Aufschrei der Gläubigen im Dom

Ein denkwürdiger Abend für die Katholische Kirche in Kärnten: Hunderte Gläubige pilgerten am Mittwoch in den Klagenfurter Dom, um gegen die Absetzung Engelbert Guggenbergers ein Zeichen zu setzen. Tenor: „Wir werden nicht schweigen!“

Wäre der Anlass nicht so ernst gewesen - man hätte von einem Festtag für die Kirche sprechen können. Der Dom platzte aus allen Nähten - und es gab Beifall im Minutentakt. Bereits die Eröffnungsrede von Gabriel Stabentheiner ließ erkennen, wie sehr es in der Gemeinschaft der Gläubigen bereits brodelte.

Jeder Satz des Betriebsrats-Vorsitzenden wurde bejubelt - als er etwa die Absetzung Guggenbergers durch den Nuntius als „diplomatischen Supergau“ bezeichnete. Oder als Stabentheiner die kirchliche Gemeinschaft zu noch mehr Wachsamkeit aufrief: „Gefährlich sind die Glutnester, die man nicht sieht. Also richten wir eine Brandwache ein.“

Standing ovations gab es auch für das Domkapitel, das mit Guggenberger in der ersten Reihe den Worten lauschte. „Ihr habt den Scherbenhaufen in beeindruckender Weise aufgearbeitet“, so Gerda Schaffelhofer, Präsidentin der Katholischen Aktion. Und in Richtung Wien: „Herr Kardinal, Sie haben die Macht einen unliebsamen Administrator absetzen zu lassen, aber Sie haben nicht die Macht, uns Gläubige zum Schweigen zu bringen.“

Deshalb lade man nun jeden Mittwoch um 18 Uhr zum Gebet in den Dom, bis es „ernsthafte Konsequenzen“ gebe. Schließlich die Worte von Ordinariatskanzler Jakob Ibounig: „Es wird viel brauchen, dass ein neuer Bischof so einen Applaus bekommt, wie du, lieber Engelbert Guggenberger. Es sei denn, der Bischof heißt Engelbert Guggenberger.“

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf
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